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13.12.2013

Neue EU-Leitlinien: Keine Ausbeutung von Praktikanten mehr

Praktika sollen junge Menschen bei der Berufswahl unterstützen und den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern. Die Realität sieht leider anders aus, wie eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage gezeigt hat.

Jede dritte angebotene Praktikumsstelle erfüllt nicht einmal die Mindeststandards im Hinblick auf Arbeitsbedingungen und Lerninhalte, so die Ergebnisse der Umfrage. Dieser Tatsache Rechnung tragend, hat die EU-Kommission Standards zur Verbesserung der Qualität von Praktika vorgeschlagen. Neue EU-Leitlinien sollen sicherstellen, dass junge Menschen in den Praktika auch die Lerninhalte vermittelt bekommen, die dem gewählten Berufsbild entsprechen, und nicht - wie häufig leider der Fall - als billige Arbeitskräfte ausgebeutet oder für niedere berufsfremde Arbeiten eingesetzt werden.

"Die vorgeschlagenen Leitlinien würden es den Praktikantinnen und Praktikanten ermöglichen, unter guten Arbeitsbedingungen qualitativ hochwertige Arbeitserfahrungen zu sammeln", so László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration.

Die EU macht sich für Praktikanten stark

Die Leitlinien, die für alle Mitgliedstaaten verbindlich sein sollen, bilden die geforderten Standards an Praktikumsstellen wie folgt ab:

  • Ob es sich um einen bezahlten oder unbezahlten Praktikumsplatz handelt, muss der Arbeitgeber bereits bei der Ausschreibung einer Praktikumsstelle angeben.

  • Eine schriftliche Praktikumsvereinbarung soll die Basis für das befristete Arbeitsverhältnis sein.

  • Der Praktikumsvertrag muss die Lerninhalte und -ziele sowie die Arbeitsbedingungen aufführen. Dazu gehören unter anderem die Arbeitszeiten, die geforderten Aufgaben sowie die Höhe einer vereinbarten Vergütung.

  • Ob es sich um einen bezahlten oder unbezahlten Praktikumsplatz handelt, muss der Arbeitgeber bereits bei der Ausschreibung einer Praktikumsstelle angeben.

Noch ist alles Zukunftsmusik

Derzeit sieht die Realität für Praktikantinnen und Praktikanten nicht allzu rosig aus. Laut der Umfrageergebnisse hat die Hälfte der Befragten bereits ein Praktikum absolviert (46 Prozent), manche sogar schon mehrere. Von einer schriftlichen Praktikumsvereinbarung haben allerdings 35 Prozent der Praktikumsanbieter abgesehen. Auch die Aussicht auf einen Arbeitsplatz in Folge des praktischen Unternehmenseinsatzes war ernüchternd. Vielmehr wurde 23 Prozent der wissbegierigen jungen Menschen lediglich eine Verlängerung des Praktikums im selben Unternehmen angeboten. Von der Möglichkeit, im Ausland in die Praxis eines Betriebes reinzuschnuppern, machten gerade mal 9 Prozent der Befragten Gebrauch.

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