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01.03.2018

IZA-Publikation: Betriebsräte wirken - positiv für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Betriebsratswahlen stehen an: Bis Ende Mai kann gewählt werden. Jeder Wahlberechtigte, der seine Stimme nutzt, handelt klug, handelt er doch nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch zum Nutzen des Unternehmens. Denn von dem Tun der Betriebsräte profitieren Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Das zeigt eine Analyse der aktuellen Forschungsliteratur.

Die betriebliche Mitbestimmung wirkt positiv auf die Höhe der Löhne und Gehälter, auf die Gleichheit der Löhne zwischen den Geschlechtern oder beispielsweise auf die Sicherheit der Arbeitsplätze. Neu ist diese Erkenntnis nicht, doch sie bestätigt sich seit Jahren immer wieder.

Die Betriebe mit einer funktionierenden Mitbestimmung profitieren ihrerseits von einer höheren Produktivität und einer steigenden Rendite und zeichnen sich durch mehr ökologische Investitionen und Innovationen aus.

Besonders in Krisensituationen wirke sich die Mitbestimmung positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens aus, so die Studie, die als Diskussionspapier vom Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht worden ist. Besonders schwer wiederum gestaltet sich für Betriebsräte die Arbeit in inhabergeführten Unternehmen. Das könnte an einem offenbar weit verbreiteten "Herr-im-Haus-Standpunkt" liegen, so die Autoren.

Festgestellt wurde in der Studie weiterhin, dass Unternehmen mit ausländischen Eigentümern häufiger mitbestimmt sind als vergleichbare Betriebe mit inländischen Eigentümern. Eine mögliche Erklärung dafür: Bei ausländischen Investoren steht oftmals der kurzfristige Profit im Fokus.

Interessant ist eine Erkenntnis, die in einem engen Zusammenhang mit dem Alter des Betriebsrats steht: Je älter ein Betriebsrat ist, umso mehr habe er die Möglichkeit, auch Entscheidungen zu beeinflussen, für die es gesetzlich keine Mitbestimmung gibt. Aber Vorsicht: Diese Entwicklung kippt auch wieder "nach etwa 30 Jahren".

Zwischen den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede, wie stark die Arbeitnehmervertretung ist: So werden in Baden-Württemberg 46 Prozent der Beschäftigten von Betriebsräten vertreten, in Sachsen liegt dieser Anteil bei gerade 31 Prozent. Der Durchschnittswert beträgt 41 Prozent.

Das IZA Discussion Paper Nr. 11066 von Uwe Jirjahn, Stephen C. Smith, "Nonunion Employee Representation: Theory and the German Experience with Mandated Works Councils" steht als PDF zum Download bereit. Eine ausführliche Zusammenfassung kann auf der Seite der Hans-Böckler-Stiftung gelesen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.

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