Mit dem Einzug des neuen Chefs in die Vorstandsetage bei Siemens wurde auch der Haussegen im Konzern wieder gerade gerückt: Vertreter der Arbeitnehmer wie der IG Metall zeigen sich positiv überrascht von dem Programm des Vorstandsvorsitzenden Roland Busch.

Besonders angetan sind die Arbeitnehmervertreter von der Tatsache, dass der neue Top-Manager „kein zentrales Kosteneinsparprogramm“ verkündet hat, wie das Handelsblatt mitteilt. „Es ist wohltuend, dass die neue Strategie nicht mit einem Abbauprogramm verknüpft wurde“, zitiert das Wirtschaftsblatt Aufsichtsrat Jürgen Kerner von der IG Metall.

Auslöser für die gute Stimmung im Konzern ist die Strategie für die kommenden Jahre, die Roland Busch jetzt vorgestellt hat. Unter anderem hat er ein beschleunigtes Wachstum von bis zu 7 Prozent in den nächsten Jahren avisiert.

Auch die gute geschäftliche Lage trägt zum Stimmungshoch im Unternehmen bei. So beruft sich Aufsichtsrat Kerner auf die neunprozentige Umsatzsteigerung im Konzern und verweist auf das offene Zeitfenster, „in dem Management und Arbeitnehmer gemeinsam eine neue Unternehmenskultur entwickeln könnten“, wie es im Handelsblatt heißt.

Denn just eine neue Unternehmenskultur fordern die Arbeitnehmervertreter. Für die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn sind „die Überschriften und Zielsetzungen“ in der neuen Strategie durchaus richtig. „Doch die Nagelprobe für Herrn Busch steht noch bevor“, sagte sie der Wirtschaftszeitung.

Die Zeichen deuten auf ein gutes Miteinander. Ein Vergleich der Visionen für die Zukunft, die Betriebsräte und IG Metall erarbeitet und präsentiert haben, mit dem Programm des neuen Vorstandschefs zeigt viele Gemeinsamkeiten. So finden sich beispielsweise Begriffe wie Zusammenhalt und Verantwortung sowohl im Konzept der Arbeitnehmervertreter als auch in der neuen Unternehmens-Strategie.

Bereits jetzt sind sich Konzernleitung und Arbeitnehmervertreter einig, dass derart massive Kürzungen wie in der Vergangenheit künftig vermieden werden sollen, so das Handelsblatt. So will Siemens künftig dafür Sorge tragen, dass Mitarbeiter rechtzeitig für die Anforderungen in der Zukunft qualifiziert werden. Der Name dieser Zielvorgabe ist Programm: Nextwork.

Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn mahnt eine frühzeitige Einbindung der Arbeitnehmer bei Zukunftsthemen an. Aus ihrer Perspektive muss „die Mitbestimmung auf eine neue Ebene gehoben werden.“ Lösungen müssten in „Zeiten disruptiver Veränderungen“ gemeinsam und frühzeitig gesucht werden – nicht erst, wenn Probleme entstanden sind.

 

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