Die unentgeltliche Mahlzeitengestellung auf Flügen von über sechs Stunden ist kein Arbeitslohn. Entsprechend ist er auch lohnsteuerrechtlich nicht als solcher zu behandeln. Das hat das Finanzgericht (FG) Düsseldorf in einem Fall entschieden, der bis ins Jahr 2007 zurückreicht.

Konkret war die lohnsteuerrechtliche Behandlung der Gestellung von Mahlzeiten an Bord von Flugzeugen zwischen Januar 2007 bis Februar 2011 für das Kabinenpersonal und von Januar 2008 bis Mai 2011 für das Cockpit-Personal strittig. Laut Manteltarifvertrag hatte das Flugpersonal bei Flugreisen von mindestens acht Stunden neben pauschalen Tagesgeldern zum Ersatz der Verpflegungsmehraufwendungen auch Anspruch auf ein zusätzliches Tagesgeld. Dieses entsprach der Summe der Sachbezugswerte der jeweils an Bord ausgegebenen Crew-Mahlzeiten. Die Crew-Mahlzeiten wurden im Wege der Verrechnung beglichen. Das Cockpit-Personal hatte ebenfalls Anspruch auf Bordverpflegung gegen Entgelt. Tatsächlich bezog es die Mahlzeiten aber unentgeltlich.

Für beide Gruppen nahm die Fluggesellschaft eine Pauschalbesteuerung von 25 Prozent der Sachbezugswerte der ausgegebenen Mahlzeiten vor. Nach dem sogenannten Flusskreuzfahrtschiff-Urteil des Bundesfinanzhofs (Az.: VI R 51/08 vom 21.01.2010) forderte sie die Beträge zurück. Die Gewährung der Speisen stehe im überwiegenden Eigeninteresse des Arbeitgebers, um einen reibungslosen Ablauf des Flugverkehrs zu gewährleisten. Den gewährten Mahlzeiten komme demnach kein Entlohnungscharakter zu. Sie würden zudem nur auf Passagierflügen und bei Flugzeiten von über sechs Stunden an die Crew-Mitglieder ausgegeben.

Vor dem FG hatte der Arbeitgeber überwiegend Erfolg: Bei der unentgeltlichen Mahlzeitengestellung sowohl an das Kabinenpersonal als auch an das Cockpit-Personal handele es sich nicht um Arbeitslohn. Allerdings nur insofern, als die Mahlzeiten auf Langstreckenflügen und Mittelstreckenflügen bei Flugzeiten von über sechs Stunden unentgeltlich überlassen wurden. Soweit in einzelnen Fällen das Kabinenpersonal nur eine einzelne Mittelstrecke geflogen ist, könne ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse der Fluggesellschaft nicht angenommen werden.

Urteil des FG Düsseldorf vom 13.08.2020 (Az.: 14 K 2158/16 L).

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