Arbeitnehmer können sich mit ihrer Steuererklärung dieses Jahr mehr Zeit lassen. Denn die Abgabefrist wurde kürzlich Corona-bedingt verlängert. Wegen der Pandemie gilt es allerdings einige Besonderheiten zu beachten – insbesondere, wenn man im Homeoffice tägig war, in Kurzarbeit musste oder Kinderkrankentage in Anspruch genommen hat.

Wegen der besonderen Situation haben Arbeitnehmer in diesem Jahr mehr Zeit, um ihre Steuererklärung abzugeben. Wer seine Einkommensteuererklärung für 2020 allein macht, muss die Unterlagen bis Ende Oktober einreichen. Hilft ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein, läuft die Frist bis Ende Mai 2022.

Wer muss keine Einkommensteuererklärung abgeben?

  • Wer 2020 weniger als den sog. Grundfreibetrag (9.408 EUR für Singles bzw. 18.816 EUR für Verheiratete) verdient hat, muss keine Steuererklärung abgeben.
  • Auch Ledige (Steuerklasse I), die wirklich nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit – d.h. als Arbeitnehmer – und keine besonderen Einträge auf ihrer Lohnsteuerkarte haben, brauchen sich nicht beim Finanzamt zu melden. Denn der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer bereits abgeführt.

Wer ist verpflichtet, eine Steuererklärung einzureichen?

  • Diejenigen, die einen sog. individuellen Lohnsteuerfreibetrag eingetragen haben, müssen eine Erklärung abgeben.
  • Verpflichtend ist die Erklärung zudem, wenn man steuerpflichtige Nebeneinkünfte von mehr als 410 EUR hatte oder als Ehepaar bzw. eingetragene Lebenspartnerschaft die Steuerklassen-Kombination III/V oder IV/IV (mit Faktor) gewählt hat.
  • Gleiches gilt, wenn man Lohnersatzleistungen von mehr als 410 EUR bekommen hat. Dazu zählen Kurzarbeitergeld, Krankengeld oder Elterngeld. Auch wer die Grenze wegen in Anspruch genommener Kinderkrankentage bei geschlossenen Kitas und Schulen überschreitet, muss seine Unterlagen einreichen.

Welche Kosten kann ich für Arbeit im Homeoffice absetzen?

Wer wegen Corona viel von zuhause aus gearbeitet hat, kann dafür unter bestimmten Voraussetzungen gewisse Aufwendungen in Abzug bringen.

  • Arbeitszimmer: Auch wer lange im Home-Office war, kann dennoch nicht ohne weiteres Kosten für ein vermeintliches häusliches Arbeitszimmer absetzen. Denn dafür gelten laut der Rechtsprechung des Bundefinanzhofes sehr hohe Hürden – insbesondere, wenn es um mobiles Arbeiten geht und der eigentliche Arbeitsplatz prinzipiell im Betrieb liegt.
  • Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde im Jahressteuergesetz 2020 eine sog. Home-Office-Pauschale eingeführt. Demnach können Arbeitnehmer für jeden Tag, an dem sie ausschließlich daheim gearbeitet haben, ein Betrag von fünf Euro ansetzen.

    Der Wermutstropfen dabei: Abzugsfähig sind höchstens 120 Arbeitstage, also maximal 600 EUR. Zudem ist die Summe in der sog. Werbungskostenpauschale von 1.000 EUR, die das Finanzamt automatisch ansetzt, bereits berücksichtigt. Entsprechend kommt die Pauschale nur Arbeitnehmern zugute, deren Werbungskosten im vierstellen Bereich liegen. Nachweise, wann tatsächlich zuhause gearbeitet wurde, müssen generell übrigens nicht erbracht werden. Allerdings ist man mit einer Bescheinigung des Arbeitgebers hier auf der sicheren Seite.

  • Besonders genau prüfen sollten Arbeitnehmer, wie oft sie tatsächlich im Betrieb tägig waren. Denn mit der Entfernungspauschale werden zwar Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und der (erster) Arbeitsstätte abgegolten. Wenn zugleich aber auch im Homeoffice gearbeitet wurde, sollte hier die Aufteilung der Gesamttage aber auch wahrheitsgemäß und stimmig sein.
  • Übrigens: Wer einen Dienstwagen hat, den er privat nutzen darf, muss den geldwerten Vorteil nach der sog. Ein-Prozent-Regel auch dann versteuern, wenn er längere Zeit gar nicht dienstlich unterwegs war. Grund: Das Auto steht weiterhin zur Verfügung.

Was muss ich beachten, wenn ich länger in Kurzarbeit war oder Lohnersatzleistungen bekommen habe?

Hier kann es u.U. zu Steuernachforderungen kommen. Denn die Zahlungen an sich sind zwar steuerfrei, erhöhen aber – wenn sie über 410 EUR pro Jahr lagen – den persönlichen Steuersatz, mit dem das restliche Einkommen versteuert wird (sog. Progressionsvorbehalt). Wer sich hier informieren möchte, was auf ihn ggf. zukommt, kann einen “Progressionsvorbehalt-Rechner” des Bayerischen Landesamts für Steuern nutzen.

Aktuelle Beiträge

BetriebsratsPraxis24
Mehr wissen, besser entscheiden!
Gratismonat starten & Wissenspool testen »
+
BetriebsratsPraxis24
Gratismonat starten & Wissenspool testen »
+