Noch länger aufschieben sollte man seine Einkommensteuererklärung für 2020 nicht: Denn wer seine Erklärung allein macht, muss die Unterlagen bis Ende Oktober beim Finanzamt eingereicht haben. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) stellt aus gegebenem Anlass zwölf teure Steuerfehler vor – und zeigt, wie man sie vermeiden kann.

Unordnung beispielsweise kann Geld kosten. Quittungen und Belege sollten über das Jahr an einem Ort gesammelt werden, um sie dann korrekt als Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen ansetzen zu können. Ohne entsprechende Belege fehlen nicht nur die exakten absetzbaren Beträge, sondern auch die erforderlichen Nachweise, falls das Finanzamt nachfragen sollte.

Ein häufiger Fehler ist es auch, Rechnungen bar zu bezahlen, heißt es bei dem Lohnsteuerhilfeverein weiter. Denn Rechnungen für Handwerker oder Putzfrauen ließen sich in vielen Fällen von der Steuer absetzen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Rechnung überwiesen wurde. Auch Mieter und Eigentümer können solche Kosten absetzen, wenn sie in ihrer Jahresverbrauchsabrechnung angegeben sind. Dazu zählen Ausgaben für die Gartenpflege oder die Hausreinigung, aber auch Gerätewartungen zum Beispiel am Brandmelder, am Aufzug oder an der Heizung.

Ein weiterer Fehler sei, energetische Sanierungsmaßnahmen nicht fördern zu lassen. Denn hier ließen sich, verteilt über drei Jahre, insgesamt 40.000 Euro Steuerersparnis erzielen. Dazu ist eine Rechnung nötig, in der die förderungsfähige energetische Maßnahme, die Arbeitsleistung des Fachunternehmens und die Adresse des Gebäudes in deutscher Sprache beschrieben sein müssen. Zudem muss die Sanierungsmaßnahme durch eine Bescheinigung des Fachunternehmens oder eines Energieberater bestätigt sein.

Der VLH weist in seiner Aufstellung auf weitere Sparpotenziale hin. Er rät unter anderem dazu, Corona-Sonderregeln zu nutzen, Mietverträge mit Angehörigen „wasserdicht“ zu gestalten und Fristen zu beachten. Ein Fehler wäre zudem, erst gar keine Steuererklärung zu machen. Das Statistische Bundesamt habe ermittelt, dass 2017 insgesamt 12,3 Millionen Steuerbürger eine Rückerstattung von im Schnitt 1.051 EUR erhalten hätten. Wer keine mache, verschenke sein Geld, betonen die Steuerexperten.

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