Mehrere Faktoren entscheiden über die Gehaltshöhe innerhalb einer Berufsgruppe. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung wollte wissen, welches die wichtigsten sind und hat Daten des Portals Lohnspiegel.de ausgewertet. Ganz oben an steht das Anforderungsniveau, das mit einer Tätigkeit verbunden ist. 

Vier weitere Faktoren bestimmen neben dem Anforderungsniveau wesentlich das Einkommen: Dies sind das Geschlecht, das Bundesland der Anstellung, die Betriebsgröße sowie die Tarifgebundenheit des Unternehmens.

Nach wie vor werden Frauen schlechter entlohnt. Im Vergleich zu den Männern liegt ihr Einkommen bei gleicher Berufserfahrung in einem vergleichbaren Beruf mit dem gleichen Anforderungsniveau um 8 Prozent unter dem Verdienst der Männer, hat Dr. Malte Lübker, WSI-Lohnexperte, ermittelt.

In Baden-Württemberg und Hamburg wird um bis zu 7 Prozent höher bezahlt als in Nordrhein-Westfalen, das als Vergleichsmaßstab gewählt wurde. Die niedrigsten Gehälter weisen Thüringen (- 15 %), Sachsen (- 14 %) und Sachsen-Anhalt (– 14 %) auf.

Die Betriebsgröße entscheidet ebenso wesentlich über den Betrag, der monatlich auf dem Gehaltskonto landet. Am niedrigsten sind die Einkommen in kleinen Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten. Hier wird ein Minus in Höhe von 6 Prozent gegenüber mittelständischen Betrieben mit bis zu 500 Beschäftigten konstatiert. Am höchsten sind die Gehälter in Großunternehmen mit einem Plus von 9 Prozent.

Deutlich bemerkbar macht sich nach der Datenanalyse des Lohnspiegels von Dr. Malte Lübker zudem die Tarifgebundenheit von Betrieben: Die Gehälter liegen in diesen Unternehmen durchschnittlich um 11 Prozent höher als in nicht tarifgebundenen Unternehmen.

Einen wesentlichen Einfluss auf das Gehalt hat ebenfalls die berufliche Qualifikation. Eine Meister- oder Technikerausbildung schlägt mit einem Plus von rund 14 Prozent zu Buche, ein Studium gar mit rund 41 Prozent. Auch das Berufsfeld, die Berufserfahrung oder das Führen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wirken sich auf das Gehalt aus.

Eine kostenfreie Vergleichsberechnung können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Lohnspiegel.de durchführen. Der Lohn- und Gehaltscheck ermöglicht einen individualisierten Gehaltsvergleich für mehr als 500 Berufe.

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