Ab Oktober steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 12 Euro brutto. Von dieser Erhöhung profitieren auch Tarifbeschäftigte im niedrigen Lohnsegment. Denn der Beschluss der Bundesregierung, den Mindestlohn zu erhöhen, hat zu beträchtlichen Lohnsteigerungen in etlichen Branchen geführt, analysiert das IAQ der Universität Duisburg Essen (UDE).

Deutlich mehr Geld im Portemonnaie werden hierzulande ab Oktober „mehrere Millionen Beschäftigte“ haben. Denn „die Löhne werden teils zwischen 15 und fast 30 Prozent angehoben“, so Dr. Claudia Weinkopf vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAO). Der neue gesetzliche Mindestlohn von 12 Euro schiebe das Tarifgitter deutlich nach oben.

Beispielhaft verweisen die IAQ-Wissenschaftler auf das Gastgewerbe in NRW. In diesem Tarifgebiet wurde der unterste Stundenlohn ab Mai 2022 auf 12,50 Euro angehoben. Das entspricht einem Plus von 28 Prozent. Auch in anderen Tarifgebieten des Hotel- und Gaststättengewerbes seien bereits im ersten Halbjahr üppige Lohnerhöhungen vereinbart worden.

Ebenfalls bemerkenswert sind die Abschlüsse, die die Tarifvertragsparteien in der Leiharbeitsbranche getroffen haben. Ab Oktober steigt der niedrigste Stundenlohn um 24,1 Prozent, in den nächsthöheren Entgeltgruppen klettern die Stundenlöhne um 19 Prozent und um 16 Prozent.

Auch die Beschäftigten des Gebäudereiniger-Handwerks können sich über satte Erhöhungen freuen. In der untersten Lohngruppe klettert der Stundenlohn ab Oktober um 12,55 Prozent auf 13 Euro, ab Januar 2024 kommen nochmals 3,85 Prozent dazu. Dann beträgt der Stundenlohn 13,50 Euro. Um 9,39 Prozent steigt ab Oktober der Stundenlohn in der Lohngruppe 6 (von 14,81 Euro auf 16,20 Euro). Auch in dieser Lohngruppe gibt es ein weiteres Plus in Höhe von 3,09 Prozent ab Januar 2024.

Bis Dezember 2023 gehen auch die Stundenlöhne im Pflegesektor in vier Stufen deutlich nach oben gehen. Diese Erhöhungen haben allerdings keinen Zusammenhang zu der Erhöhung der Mindestlöhne, sondern folgen der Fünften Pflegearbeitsbedingungsverordnung, erinnert das IAQ.

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