Innerhalb eines Jahres sind die Reallöhne hierzulande um 4,7 Prozent zurückgegangen. Diese coronabedingte Abnahme der Löhne und Gehälter übersteigt nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) deutlich die Einkommensverluste während der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009.

Dieser reale Verdienstrückgang in Höhe von 4,7 Prozent ergibt sich aus dem Nominallohnindex im Zusammenspiel mit den Verbraucherpreisen. Dieser Index spiegelt die Bruttomonatsverdienste einschließlich der Sonderzahlungen. Für das 2. Quartal 2020 lag der Nominallohnindex um 4 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise sind im gleichen Zeitraum um knapp 0,8 Prozent nach oben geklettert.

Die Statistiker weisen darauf hin, dass Kurzarbeit und Schließungen von Geschäften und Betrieben diesen starken Rückgang verursacht haben. Nicht berücksichtigt in dieser Berechnung wurde das Kurzarbeitergeld, das “Einkommensverluste für viele Beschäftigte abgefedert” hat.

Weshalb diese aktuelle negative Entwicklung deutlich stärker ist als während der Finanzmarktkrise, erklären die Statistiker mit “der stärkeren Verkürzung der Arbeitszeit”. Die bezahlte Wochenarbeitszeit in der Gesamtwirtschaft sei im 2. Quartal auf durchschnittlich 36,8 Stunden gefallen. Dies sei ein Rückgang von 6,2 Prozent. Der Blick zurück auf das 2. Quartal 2009 zeigt, dass damals der Rückgang der Arbeitszeit gerade 2,1 Prozent betrug.

Der Rückgang der Arbeitszeit ist bei den unteren Einkommensgruppen stärker ausgefallen als bei den höheren Einkommensgruppen. In der Folge sanken die niedrigeren Einkommen stärker als die höheren und hohen Einkommen. Nach den Berechnungen von Destatis reduzierten sich die Gehälter für un- und angelernte Beschäftigte gemessen am Nominallohnindex um 7,4 Prozent respektive 8,9 Prozent. Die Einkommen leitender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schrumpften lediglich um 2 Prozent.

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