Welche Folgen hat eine chronische Erkrankung für Mitarbeitende und Unternehmen? Eine Analyse der Universität Duisburg-Essen klärt auf.

Chronisch Kranke sind auf lange Sicht meist von deutlichen Einkommenseinbußen und einem höheren Risiko der Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit betroffen. Das geht aus einer Analyse der Universität Duisburg-Essen hervor. Der Autor fordert angepasste Arbeitsbedingungen und eine bessere Prävention.

„Chronische Erkrankungen stellen ein ernstes Problem dar, weil sie auf lange Sicht auch das Alterseinkommen negativ beeinflussen und das Risiko von Altersarmut erhöhen“, schreibt Dr. Andreas Jansen, Wissenschaftler am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Für die Analyse hat er Befragungsdaten des Survey of Health, Aging and Retirement in Europe (SHARE) mit Daten der Deutschen Rentenversicherung verknüpft.

So konnte er einen messbaren Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer chronischen Erkrankung und dem daran anschließenden Einkommensverlauf feststellen. Bei einem guten Teil der Betroffenen identifizierte er Einkommensverluste – von einem geringen Ausmaß bis hin zum Totalverlust. Diese Effekte stellen sich jedoch in der Regel nicht unmittelbar ein, sondern erst im längeren Krankheitsverlauf. Sie seien somit „ein Bremsklotz der beruflichen Laufbahn“.

Darüber hinaus steigt nach der Diagnose auch das Risiko, dass Betroffene arbeitslos werden, einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen oder Erwerbsminderungsrente beantragen müssen. Chronisch Kranke reduzierten oft die wöchentliche Arbeitszeit oder wechselten auf eine weniger fordernde, aber meist auch geringer entlohnte Stelle.

Jansen empfiehlt, die Arbeitsbedingungen so anzupassen, dass Beschäftigte trotz einer gesundheitlichen Einschränkung in ihrem Job bis zur Regelaltersrente arbeiten können. Auch die Prävention spiele eine wichtige Rolle: Die Politik sollte sich daher verstärkt auf die Schaffung von Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung fokussieren.

Der Report kann kostenfrei als PDF-Datei auf der Website des IAQ heruntergeladen werden.

 

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