Die Corona-Pandemie betrifft jeden. Doch die junge Generation wird besonders heftig tangiert – beruflich und persönlich. Für die Jugendstudie „Plan B“ der IG Metall wurden Auszubildende, dual Studierende und junge Berufstätige befragt, wie sich die Seuche auf ihr Leben auswirkt. Der gemeinsame Nenner lautet: Das persönliche Wohlbefinden wie auch die Zukunftspläne werden gravierend beeinträchtigt.

Die jungen Menschen zeichnen ein düsteres Bild von ihrer Situation: Drei Fünftel (61 %) der Befragten berichten davon, dass sich ihre psychische Gesundheit verschlechtert habe. Bei mehr als der Hälfte (55 %) zeigen sich negative Effekte in der Zweierbeziehung und beunruhigende 51 Prozent meinen, sie könnten ihr eigenes Leben nicht mehr kontrollieren. Aufgrund der Pandemie haben zudem knapp zwei Fünftel (39 %) ihre beruflichen Zukunftspläne teilweise oder ganz geändert.

Auszubildende wie dual Studierende schildern, dass sich die Qualität der Ausbildung im Befragungszeitraum von Mitte Januar bis Ende März verschlechtert habe. Bei den Auszubildenden sind 71 Prozent von einer schlechteren Situation in der Berufsschule betroffen. Unwesentlich besser geht es den dual Studierenden: Sie berichten zu 65 Prozent von schlechterer Qualität an ihrer Hochschule. Die jungen Berufstätigen reihen sich ein: Sie klagen zu 66 Prozent über eine Arbeitsatmosphäre, die schlechter geworden ist.

Von schwindender Motivation berichten alle drei Gruppen: Die Auszubildenden zu 50 Prozent, die dual Studierenden und die jungen Berufstätigen zu jeweils 54 Prozent. Gemeinsam ist allen Befragten der pessimistische Blick in die Zukunft: Zwei Fünftel der Auszubildenden fürchten, nach Abschluss der Ausbildung nicht übernommen zu werden. Bei den dual Studierenden liegt dieser Anteil bei rund einem Drittel und die jungen Berufstätigen sehen zu 53 Prozent ihre Chancen auf Weiterbildung schwinden.

Die Ergebnisse der repräsentativen Jugendstudie alarmieren Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall. Für sie besteht dringender Handlungsbedarf, zeige doch die Studie, „in was für einer unsicheren und herausfordernden Situation sich junge Menschen gerade befinden“. Neue Pläne müssten die Pläne ersetzen, die die Pandemie zerstört hat, und jeder stehe dafür in der Verantwortung. Sie wendet sich mit einem Appell an die Arbeitgeber: „Tut alles, was möglich ist! Nutzt die Ausbildungsprämie, denkt an die Zukunft“. Auch erinnert sie daran, dass „Ausbildung der Weg zu Fachkräften in der Transformation ist“.

 

 

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