Die Pandemie prägt das Leben aller Menschen weltweit. Besonders betroffen sind allerdings Jugendliche im Lebensabschnitt zwischen Schule und beruflicher Zukunft. Die Verunsicherung der jungen Menschen ist groß. Wie groß, verdeutlicht eine Studie der Bertelsmann Stiftung.

Die Corona-Krise hat die Chancen auf einen Ausbildungsplatz verschlechtert. Das glauben 71 Prozent aller befragten Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch deutlich niedriger bei 61 Prozent.

Jugendliche mit niedriger Schulbildung sind mit 78 Prozent stärker von Ungewissheit betroffen als Jugendliche mit der Option auf ein Studium. Von ihnen geben gerade 24 Prozent an, dass sich die Chancen auf einen Studienplatz durch die weltweite Seuche verschlechtert haben.

Die großen Unterschiede zwischen Ausbildungsplatzsuchenden und Studienplatzsuchenden in dem Beurteilen ihrer jeweils eigenen Zukunft sind für Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, nachvollziehbar: “Wer das Abitur hat, besitzt quasi eine Studiengarantie. Jugendliche mit niedrigeren Schulabschlüssen lassen wir in Krisenzeiten allein“.

Die Jugendlichen wünschen sich Politiker, die sich mehr um ihre Belange kümmern. Mehr als die Hälfte (53 %) der jungen Menschen stellt fest, dass „zu wenig oder gar nichts für Ausbildungsplatzsuchende“ getan wird. Ein Fünftel (20 %) der Befragten konstatiert, „dass die Politik zwar eher viel tue, aber noch nicht genug“.

Vorstandsmitglied Jörg Dräger fordert daher eine Ausbildungsperspektive für junge Leute „gerade in der Krise“. Für ihn eine Frage sowohl der Chancengerechtigkeit als auch der Fachkräftesicherung. Bereits in der Finanzkrise 2008 seien Ausbildungsplätze vernichtet worden. Um eine vergleichbare Entwicklung aufzuhalten, brauche es eine Ausbildungsgarantie. Denn Ausbildungsprämien für Betriebe reichten leider nicht.

Nach wie vor ist die berufliche Ausbildung hierzulande attraktiv. Schülerinnen und Schüler auf allgemeinbildenden Schulen geben zu 41 Prozent an, eine Ausbildung anzustreben. Die Jugendlichen, die bereits in der Ausbildung sind oder eine Zusage für einen Ausbildungsplatz haben, sind mit ihrer Wahl „höchst zufrieden“, heißt es aus der Stiftung. Entsprechend groß ist für Jörg Dräger das Potenzial der beruflichen Bildung: „Wir müssen alles daransetzen, dieses auch zu realisieren“.

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