48.900 Ausbildungsstellen waren zum 30. September 2017 noch unbesetzt – so viele wie seit 1994 nicht mehr. Da überrascht es, dass die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2017 schwächer als in den Vorjahren gestiegen sind. Wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) berichtet, lag die Steigerung im bundesweiten Durchschnitt bei 2,6 Prozent – zwischen 2012 und 2016 waren es 3,4 bis 4,5 Prozent.

Für die Statistik wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in West- und 152 Berufe in Ostdeutschland ermittelt. Auf die einbezogenen Berufe entfielen 89 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Bundesweit kamen die Azubis 2017 auf eine Vergütung von durchschnittlich 876 Euro brutto im Monat. In Westdeutschland erhielten sie im Schnitt 881 Euro, in Ostdeutschland 827 Euro im Monat. Der Abstand zum westlichen Tarifniveau blieb unverändert.

Zwischen den Ausbildungsberufen gab es erhebliche Unterschiede: Besonders hoch lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Handwerksberuf Maurer/in mit monatlich 1.095 Euro. Im Osten fielen die Beträge allerdings mit 915 Euro deutlich niedriger aus als im Westen mit 1.110 Euro. Ebenfalls gut bezahlt wurde in den Berufen Mechatroniker/in (1.043 Euro), Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen (1.028 Euro) und Industriekaufmann/-frau (1.004 Euro). Vergleichsweise niedrig waren die Azubi-Gehälter in den Berufen Maler/in und Lackierer/in mit 693 Euro, Bäcker/in mit 637 Euro, Florist/in mit 617 Euro sowie Schornsteinfeger/in mit 518 Euro.

Auch zwischen den Ausbildungsbereichen gab es deutliche Unterschiede im Vergütungsniveau, berichtet das BIBB weiter. Im öffentlichen Dienst (958 Euro) sowie in Industrie und Handel (942 Euro) etwa wurde überdurchschnittlich bezahlt, während die Landwirtschaft (733 Euro) und das Handwerk (738 Euro) unter dem Schnitt lag.

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