Krakengleich dringt die Pandemie in alle Lebensbereiche vor. Sie beeinflusst selbst die Vergütungen der Auszubildenden: Denn deren tarifliche Entlohnungen sind wieder geringer angestiegen als in den Jahren zuvor. Dies zeigt eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Der Unterschied zu der Zeit vor Beginn der Seuche ist deutlich: Konnten sich die Azubis und Azubinen im Jahr 2019 noch über einen durchschnittlichen Anstieg ihrer tariflichen Vergütungen in Höhe von 3,8 Prozent freuen, so mussten sie sich im vergangenen Jahr mit einem Mehr in Höhe von 2,5 Prozent begnügen. Im Jahr 2020, dem ersten Corona-Jahr, betrug das Plus bereits magere 2,6 Prozent.

Im Durchschnitt erhielt der Nachwuchs in der beruflichen Ausbildung im Jahr 2021 über alle Ausbildungsjahre hinweg tariflich monatlich 987 EUR brutto. Differenziert nach Ost und West zeigen sich geringfügige Unterschiede: Die Auszubildenden in Ostdeutschland erhielten im Schnitt 965 EUR, ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Westen mit 989 EUR etwas mehr.

Weshalb die Tarifabschlüsse in den vergangenen beiden Jahren schwächer ausgefallen sind, erklärt das BIBB mit der Corona-Pandemie: Teilweise seien die Tarifverhandlungen deswegen verschoben worden, ebenso sei der Blick nicht auf Lohnsteigerungen gerichtet gewesen. Vielmehr habe im Mittelpunkt der Verhandlungen die Sicherung der Beschäftigung oder die Frage gestanden, wie die wirtschaftlichen Einschränkungen aufgefangen werden können.

Unverändert sind die großen Unterschiede bei der Vergütung der Auszubildenden. Der Einkommensdurchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg liegt hierzulande bei 1.100 EUR. In insgesamt 17 Ausbildungsberufen liegen die Vergütungen darüber. An der Spitze stehen die Zimmerer/innen mit 1.251 EUR. Zu dieser überdurchschnittlich entlohnten Gruppe zählen auch Bauberufe oder kaufmännische Berufe.

Weniger als 800 EUR monatlich beträgt dagegen die Vergütung von Azubis und Azubinen in insgesamt 22 Berufen, hauptsächlich Handwerksberufen wie Glaser/in, Bäcker/in, Friseur/in oder Orthopädieschumacher/in.

Die detaillierte Auswertung rund um die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Jahr 2021 steht im Internetangebot des BIBB zum Download bereit.

 

 

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