Soziale Netzwerke richtig nutzen

Die Kommunikation in einem sozialen Netzwerk ist kein vertrauliches Gespräch mit Freunden, sondern ein Austausch in einem öffentlichen Raum. Unbekannte können im Zweifelsfall mitlesen und mitschauen.

Social Media bringt Chancen und RisikenAchte auf Deine Daten

Facebook, Twitter und Co: Fast alle machen mit - Du wahrscheinlich auch. Wobei? Bei der öffentlichen Mega-Kommunikation in sozialen Netzwerken. Rund um die Uhr wird hier geratscht und getratscht. Es werden aber natürlich auch seriöse Informationen getauscht und wichtige Kontakte geknüpft.

Jeder ist hier Sender und Empfänger zugleich. Es wird gechattet, gebloggt und getwittert, was die Tastatur hergibt. Das Gegenüber ist im Zweifelsfall unbekannt oder man weiß noch nicht einmal um seine Anwesenheit.

Trotzdem schreiben sich viele in kurzen oder langen Tweets oder Statusmeldungen ihre Sorgen, ihren Ärger oder ihren Liebeskummer von der Seele - so, als würden sie einen sehr persönlichen Brief schreiben. Fotoalben vom langen Wochenende auf Malle, von der eigenen Geburtstagsfeier oder dem letzten Freundestreffen werden hochgeladen, weitergeleitet, kommentiert und die darauf Abgebildeten mit Namen kenntlich gemacht.

Weder Texte noch Fotos sind unbedingt für die breitere Öffentlichkeit gedacht. Doch trotz aller Warnung von Datenschützern, viele Nutzer denken einfach nicht daran, wer die eigenen Statusmeldungen und Bilder alles zu sehen bekommt.

Zutritt nur für Freunde? Nicht wirklich!

Social Media-Experten wissen: Auf vielen Plattformen ist es sehr wohl möglich, dass sich unerwünschte Personen die Fotoalben anschauen können oder etwa Kommentare in Diskussionsforen lesen können. Eine Privatsphäre ist auf den Netzwerk-Plattformen nicht zwingend gewährleistet. Das verlockende Versprechen, Freunde zu treffen, umfasst eben auch das Treffen unbekannter – vielleicht ungewollter - Personen.

Achtsamkeit statt Leichtfertigkeit

Wer nicht unbedingt seine Person öffentlich machen möchte, sollte im Netz mit Bedacht unterwegs sein und achtsam mit eigenen Daten und Fotos umgehen. Denn ob Du in ein paar Monaten die coolen Posen von Fotos von Dir vom letzten Urlaub in Lloret de Mar wirklich noch so gut finden wirst?

Denk immer daran: Das Web vergisst nichts! Persönliche Daten und Informationen, die Du einmal ins Netz gestellt hast, bleiben im Zweifelsfall bis zum Sankt Nimmerleinstag für alle sichtbar.

Überleg Dir also lieber ein Mal zu viel als zu wenig, was Du wo und in welcher Form von Dir selbst und von Deinen Ansichten preisgeben willst. Untersag Dir am besten selbst einen inflationären Umgang mit den eigenen Daten.

An gehässigen Einträgen in Bloggs oder wegen peinlicher Fotos aus der Vergangenheit ist schon die ein oder andere Bewerbung gescheitert. Denn auch wenn es umstritten ist: Personalentscheider informieren sich zunehmend über die Social-Media-Aktivitäten von Kandidaten.

Tabu-Thema, der eigene Arbeitgeber

Besonders große Zurückhaltung ist angesagt, geht es um Dein Ausbildungsunternehmen. Wenn Du Dich dazu überhaupt äußern willst, dann stell Dir am besten immer vor, Kollegen würden Dir gerade über die Schulter schauen, während Du Deine Nachricht postest.

Gar nicht gut, kommt auch eine Statusmeldung wie "boah, ist mir langweilig" an einem Arbeitstag.

Ohnehin: Ob Du Deine Sozialen-Netzwerke am Arbeitsplatz überhaupt aufrufen darfst, hängt von den Internet-Regeln in Deinem Betrieb ab. Leider haben die meisten Unternehmen da noch keine klaren Regeln. Grundsätzlich ist daher das private Surfen im Internet nicht erlaubt. Schließlich verletzt man damit seine Pflicht zur Arbeit.

Aber auch wenn Dein Arbeitgeber die private Internetneutzung duldet oder sogar ausdrücklich erlaubt: Übertreib es nicht!

Ein guter Ratgeber für das eigene Social-Media-Verhalten ist übrigens die Vorstellung, Dein Chef liest gerade mit. Vielleicht tut er es sogar. Wer weiß.

Social Media ist nicht privat, sondern öffentlich

Die globale Social-Media-Community ist riesig und wird täglich größer. Du bist nur ein kleines Teilchen davon. Immer wenn Du dich auf Facebook tummelst, Dein Netzwerk bei Wer kennt wen besuchst, in einem Blog schreibsst, twitterst oder chattest:

Welche Social-Media-Kanäle Du auch nutzt, um Deine Kontakte zu pflegen oder Deine Meinung zu einem Thema zu sagen, sei Dir bewusst, dass Du Dich in der Regel nicht in einem intimen Umfeld befindest, sondern in einem öffentlichen Raum.

Im Web sitzt Du quasi stets auf einem globalen Präsentierteller.

Einstellungen zur Privatsphäre nutzen

Schütz also Deine Privatsphäre. Sei zum einen zurückhaltend mit privaten Informationen. Nutze  zum anderen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Social-Media-Plattformen, um zumindest etwas Privatsphäre herzustellen.

Mach Dich schlau, was alles möglich ist und nutze diese Angebote reichlich. Das geht meistens auch dann noch, wenn Du schon längere Zeit Mitglied in einer digitalen Community sind. Auch wenn es oft mühsam ist und viele Plattformen die Privatsphären-Einstellungen gut verstecken: Es lohnt sich.

Es ist aber nicht damit getan, Deine Privatsphäre in einem Netzwerk einmalig einzustellen. Schön wär's. Leider ändern viele Plattformen regelmäßig ihre Nutzungsbedingungen oder führen neue Funktionen ein, für die Du dann erneut Deine Privatsphären-Einstellungen anpassen musst.

Bewusst entscheiden

Trennen solltest Du auch zwischen privaten und geschäftlichen Interessen und Vorlieben - und das möglichst scharf. Eine Möglichkeit ist, dafür unterschiedliche Plattformen und verschiedene E-Mail-Adressen zu nutzen. Es gibt extra Business-Netzwerke für das Berufsleben (z.B. XING), in denen es durchaus sinnvoll ist, sich mit Kollegen und Kunden zu vernetzen. Aber muss Dein Vorgesetzter unbedingt Deinem Freundeskreis bei Facebook angehören?

Bist Du zum Beispiel ein Fan von Bungee-Jumping? Okay. Aber überleg Dir, wem Du das in einem echten Gespräch erzählen würdest. Müssen das also die Kontakte in Deinem Business-Netzwerke wissen? Also, entscheide bewusst, welche Information Du wem geben möchtest, auch wenn dies lästig ist.

Die alte Volksweisheit "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste" kann Dich davor bewahren, irgendwann in der Zukunft im Internet mit eigenen Kommentaren oder Grimassen Deines eigenen Konterfeis konfrontiert zu werden, die Dir dann unangenehm oder gar peinlich sind.

Kurz gefasst:

> Business-Netzwerke haben weniger Schutzmechanismen für die Privatsphäre als Plattformen für den privaten Gebrauch.

> Wer seine Social-Media-Plattform von öffentlichen Hotspots aus nutzt, sollte damit rechnen, dass Fremde sich in den Datenverkehr einklinken und im Klartext mitlesen können.

> Manche Plattformen übertragen das User-Kennwort unverschlüsselt. Konsequenz sollte sein, nicht ein Password für unterschiedliche Dienste zu verwenden.

> Erlaubt eine Social-Media-Plattform die Suche eines Nutzers durch die Eingabe der E-Mail-Adresse, sollte man sich mit dieser E-Mail-Adresse nicht an Diskussionsforen beteiligen. Sonst kann ein möglicher Angreifer die Diskussionsbeteiligten einfach identifizieren.

Quelle: Fraunhofer SIT

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