Kommunizieren im Beruf

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Smiley, Zwinker, *lol*, *rofl*, #OMG: Kaum ein Social-Media-Post und fast keine E-Mail kommen noch ohne Emoticons oder Memes aus. Schnell verdeutlichen diese die Gemütslage des Schreibers oder die Ernsthaftigkeit des Geschriebenen. Aber sollte man die lustigen Zeichen auch in einer E-Mail an die Kollegen verwenden?

Die Verlockung liegt höchstens eine Taste weit entfernt: Schon ist auch in einer berufliche E-Mail ein Smiley oder ein Emoticon drin. Aus Deinen privaten Chats und Threads mit Freunden bist Du das bestimmt gewohnt. Du wirst Smileys wahrscheinlich nett, sympathisch und praktisch finden, weil weniger geschrieben werden muss. Ein Bild sagt eben oft mehr als tausend Worte. Stimmt ja auch: Smileys sind reizend und sorgen für ein Schmunzeln.

Doch die kleinen Grinsemännchen oder Traurigmänneken haben in einer dienstlichen E-Mail nichts, aber auch gar nichts, zu suchen. Also: Wiedersteh der Smiley-Versuchung!

Nicht anders solltest Du es halten mit den kleinen, aus Tastaturzeichen “gemalten” Piktogrammen, den Emoticons wie     🙂   😉   🙁

In der privaten Kommunikation darfst Du das alles machen. Bei der geschäftlichen Netz-Korrespondenz lässt Du dich besser nicht dazu verleiten, am Ende einen Doppelpunkt mit einem Gedankenstrich und einer Klammer zu einem Emoticon zu verbinden. Auch andere Emoticons verbieten sich von selbst.

Allein die Wortschöpfung Emoticon, macht schon deutlich, dass Emoticons im Business-Umfeld nicht gut kommen. Emoticon ist ein Kunstwort aus den englischen Worten Emotion und Icon, also aus Gefühl und Symbol. Gefühle dürfen im Privatleben thematisiert und verbalisiert werden, im Geschäftsleben sollten das besser unterbleiben.

Die Netikette weiß: Das passt einfach nicht. Netikette ist – logo! – eine Wortverbindung aus Netz und Etikette. 😉

Akronyme und Web-Akronyme

Die Frage, ob Smileys und Emoticons in einer Geschäfts-E-Mail benutzt werden dürfen, kann also mit einem klaren “Nein” beantwortet werden. Bei Akronymen ist das ein klein wenig komplizierter.

Akronyme sind – laut Fremdwörterduden – Kurzwörter, die aus zusammengerückten Anfangsbuchstaben gebildet sind. Bekannte Beispiele sind LAN für Local Access Network, TÜV für Technischer Überwachungs-Verein oder FAQ für frequently asked questions (häufig gestellte Fragen).

Akrynome, die in diese Kategorie fallen, darfst Du ohne Wenn und Aber auch in dienstlichen E-Mails benutzen.

Die Finger weg lassen, solltest Du aber von so beliebten Web-Akronymen wie LOL (= laughing out loud), FYI (= for your information), OMG (= oh my god) oder IMO (= In my opinion).

Auch wenn es Dir ab und zu bestimmt nicht leichtfällt und selbst Dein Chef Dir eine E-Mail mit fyi weiterleitet: Lass die Kürzel in Deiner Privatpost und behalte sie Deiner SIG vor, was übrigens für “special interest group” steht.

Kurz gefasst:

  • Geschäftliche E-Mails sind nichts anderes als Geschäftsbriefe. Der Unterschied liegt einzig in der Art des Versendens.
  • Emoticons, Smileys, Memes und Web-Akronyme sind in dienstlichen E-Mails tabu.
  • Weitere Infos zu optischer Gestaltung und Inhalt bietet die sog. DIN 5008