Die ersten Tage am Arbeitsplatz

"Beginne nicht mit dem großen Vorsatz, sondern mit der kleinen Tat"
(deutsches Sprichwort)

Aller Anfang ist schwer, auch die ersten Tage am Ausbildungsplatz: Du bist der oder die Neue und alles ist fremd. Natürlich soll der Start in den Beruf glücken und nicht von Pannen begleitet werden. Das wünscht sich jeder.

Und: Dir wird das gelingen. Die unsichtbaren Stolperfallen und Fettnäpfchen wirst Du mit Bravour umrunden. Nach wenigen Wochen wird sich bei Dir bereits so etwas wie ein "Gehört-dazu-Gefühl" einstellen. Es ist nämlich längst nicht so schwer, wie Du vielleicht fürchten, sich als neue Azubine oder neuer Azubi sympathisch einzuführen.

Der Start ist nicht leicht, aber Du schaffst das.Am ersten Arbeitstag hast Du schon eine ganze Menge an Informationen bekommen. Du kennst Deinen Arbeitsplatz, Deinen Ausbilder und Deine Vorgesetzten. Du wurden bereits etlichen Kollegen vorgestellt und umgekehrt. An einige Gesichter und Namen kannst Du Dich vermutlich erinnern, weil Du Dir Notizen gemacht und Dir diese auch eingeprägt hast.

Aktiv auf andere zugehen

Jetzt solltest auch Du die Initiative übernehmen, um weitere Mitarbeiter kennenzulernen. Betritt etwa ein Dir unbekannter Kollege Dein Büro, dann stell Dich ganz einfach selbst vor. Nutze die Gelegenheit zu einem kleinen Smalltalk. Hinterher weißt Du nicht nur, wie der Kollege heißt, sondern auch in welcher Abteilung er arbeitet. Und wenn Du ihm zum Beispiel mal eine E-Mail schreiben oder ihn anrufen musst, hat er gleich ein Gesicht zu Deinem Namen vor Augen. Und wenn Du bei Deiner Vorstellung einen netten und sympathischen Eindruck gemacht hast, kann das nur von Vorteil sein.

Das Grüßen im Unternehmen

Triffst Du andere im Fahrstuhl oder im Flur, dann grüß sie - am besten mit Namen, falls Du diesen parat hast. Begegnest Du einer fremden Person, dann lächel, grüß freundlich und setz Deinen Weg fort.

Benutz am besten die gebräuchlichen Grußformeln. Wer in Bayern "Grüß Gott!" oder in Hamburg "Moin(Moin)" sagt, liegt zwar meist richtig. In Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein oder Sachsen löst Du damit aber eher Verwunderung aus.

Immer geeignet sind neutrale Grußformeln wie "Guten Morgen" oder "Guten Tag". Auch "Hallo" ist mittlerweile in vielen Unternehmen als Gruß in Ordnung. Auf ein lässiges "Hi" oder "Hey" solltest Du aber besser verzichten. Was in der Schule erlaubt ist, ist im Unternehmen nicht passend - zumindest nicht in den ersten Wochen.

Suche beim Grüßen den Blickkontakt zu den anderen und versteck Dein Hände dabei weder in Hosen- noch in Jackentaschen.

Erwünscht: Zuhören und Fragen

Auch wenn die Eindrücke Dich ohnehin zu erschlagen drohen: Achte an den ersten Tagen auf möglichst viel, was um Dich herum am Arbeitsplatz passiert. Hör konzentriert zu, wenn Dir etwas erklärt oder gezeigt wird. Versuch, Dir möglichst viel zu merken. Machen Dir Notizen, über das, was Du behalten willst. Notiere Dir auch, wenn Du etwas nicht verstanden hast, so dass Du später noch einmal aktiv nachfragen kannst. Such Dir dafür einen geeigneten Zeitpunkt aus. Es sollte nicht gerade die letzte Minute vor Feierabend sein.

Niemand erwartet übrigens von Dir, dass Du gleich alles weißt und beim ersten Mal sofort selbstständig umsetzen kannst. Du bist in der Ausbildung – Du willst und wirst alles lernen, was für Deinen Beruf erforderlich ist. Kurz nach dem Start mit der Ausbildung kannst Du noch gar nicht viel wissen. Niemand hält Dich für begriffsstutzig, wenn Du etwas nicht auf Anhieb verstehst. Oft ist es lediglich ein Nicht-daran-Denken der Kollegen, dass Du bestimmte Dinge noch gar nicht wissen kannst. Denn irgendwann sind für jeden bestimmte Abläufe so selbstverständlich, dass vergessen werden kann, sie überhaupt zu erwähnen. Frag einfach nach, wenn Dir etwas unklar ist.

Allein am Telefon – na, und?

Du bist allein im Büro und das Telefon klingelt? Jetzt bloß keine Panik. Nimm den Hörer ab und melde Dich freundlich. Lass es bloß nicht weiterklingeln, nur weil Du vielleicht nicht weißt, wie Du weiter verbinden kannst. Melde Dich beispielsweise mit "Guten Tag, Sie sprechen mit der Auszubildenden Mezger" - sofern es keine andere Regel dafür in Deinem Ausbildungsunternehmen gibt. Damit stellen Sie sofort klar, dass Sie in der Ausbildung sind.


Hör erstmal zu, was der Anrufer wissen will. Wenn Du nicht weiterhelfen kannst, dann notier Dir einfach den Namen, Unternehmen und Rufnummer. Am besten Du wiederholst alles zur Sicherheit, und sagst dem Anrufer, er würde innerhalb der nächsten Stunde von einem erfahrenen Kollegen zurückgerufen. Bring dann in Erfahrung, wer der richtige Ansprechpartner im Hause ist, übergib ihm den Zettel mit den Kontaktdaten des Anrufers und der Notiz, bis wann Du den Rückruf zugesichert hast. Ein derartiges Verhalten zeichnet Dich schon vom Start weg durch Professionalität aus.

Kontakt zu Kollegen suchen

Geh bewusst auf die Kollegen und die anderen Azubis zu, beispielsweise indem Du sie fragst, ob ihr die Mittagspause gemeinsam verbringen wollt. Wahrscheinlich sagen die anderen gerne ja. Die wollen schließlich auch wissen, wie der neue Azubi so drauf ist. So lernst Du die anderen in Deinem direkten Arbeitsumfeld schnell und umkompliziert kennen und schon bald wirst Du Dich nicht mehr nur neu oder fremd fühlen.

Fünf Regeln für den Start

1. Sei höflich, freundlich und zuvorkommend.

2. Verhalte Dich nicht nass-forsch, sondern besser zurückhaltend.

3. Frag lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

4. Tritt nicht als Besserwisser auf - nie.

5. Sei froh, über alles, was Du lernen kannst und andere Dir beibringen. Dazu gehört auch, Kritik anzunehmen.

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