Begrüßungsregeln im Betrieb: "Was geht?!", geht gar nicht...

Das Verb grüßen leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen grüezen ab. Nach dem Duden-Herkunftswörterbuch steht dieses Grüßen für "anreden, ansprechen, grüßen, herausfordern, aber auch für angreifen, strafen, züchtigen". Im modernen Lebensalltag wird dieses Verb in einem friedlichen Kontext benutzt.

Auf den ersten Eindruck kommt es an

Ob eigene Vorgesetzte, Kollegen, Mit-Azubis. Kunden oder den Lehrern an der Berufsschule: Der erste Eindruck zählt. Und wer das "Gewusst-Wie" beim Begrüßen kennt, vermeidet es, in die Benimm-Falle zu tappen.

Mit einem Gruß beginnt jede Begegnung - die erste wie jede weitere. Die Erstbegegnung ist die förmlichste - in der Arbeitswelt wie im privaten Umfeld. Bei der ersten Begegnung reicht nicht allein der Gruß nicht aus. Gleichzeitig musst Du Dich auch selbst vorstellen.

Begrüßung im JobSo stellst Du Dich richtig vor

Grüße Dein Gegenüber und sag deutlich Deinen Vornamen und Deinen Nachnamen. Also beispielsweise, "Guten Morgen, ich bin Jannick Meier"“ oder "Guten Tag, ich heiße Lea Meier". Die anderen Personen, mit denen Du zum ersten Mal zusammentriffst, werden sich ebenfalls vorstellen.

Versuche, Dir die Namen zu merken – beispielsweise mit einer kleinen Eselsbrücke. Wenn Du einen Namen nicht verstehst, darfst Du natürlich nachfragen. Durchaus in Ordnung ist es, wenn Du dann freundlich sagst: "Entschuldigung, ich habe Ihren Namen leider nicht verstanden." Oder: "Können Sie mir Ihren Namen bitte noch einmal sagen?"

Der Brauch der Visitenkarten

Im Geschäftsleben werden zu Beginn oder am Ende eines Treffens oft Visitenkarten ausgetauscht. Als Azubi wirst Du vielleicht noch keine eigene Visitenkarten besitzen. Bist Du bei einem Kundengespräch dabei, wirst Du von Deinem Gegenüber trotzdem eine Visitenkarte erhalten.

Sagen Sie im Gegenzug freundlich: "Ich bin Auszubildender als Industriekaufmann und begleitete die Kollegin Schmitt".

Stecken Sie die erhaltene Visitenkarte nicht einfach weg. Das ist unhöflich. Lesen Sie diese zuvor aufmerksam durch: Der Karte entnehmen Sie beispielsweise akademische Titel wie den Doktorgrad oder Adelstitel wie Graf oder Gräfin, die in der Anrede mit genannt werden sollten. Bei einem adligen Gegenüber wird auf die Anrede Frau/Herr verzichtet. Korrekt und ausreichend ist es, beispielsweise "Guten Tag, Gräfin von Grafhausen" zu sagen.

Wer grüßt zuerst?

Grundsätzlich grüßt derjenige zuerst, der einen fremden Raum betritt - dazu zählt auch eine Aufzugskabine.

Der hierarchisch Niedrigere grüßt immer zuerst den hierarchisch höher Stehenden. Auszubildende grüßen jeden im Unternehmen zuerst. Der Sachbearbeiter begrüßt seinen Vorgesetzten zuerst, der Geschäftsführer wird von jedem Mitarbeiter zuerst begrüßt. Sollten Zweifel auftauchen, ist es besser zu grüßen, als die Begrüßung zu unterlassen.

Grußformeln werden gleich erwidert

Grüße werden im Regelfall gleich beantwortet. Auf ein "Guten Morgen, Frau Meier", sollte ein "Guten Morgen, Herr Müller" folgen. Ob Du Dich auch dem "Mahlzeit" anschließen, das in nicht wenigen Unternehmen zur Mittagszeit als Gruß benutzt wird, bleibt Deinem eigenen Benimm-Gefühl überlassen.

Handschlag oder nicht?

Parallel zur Klippe der mündlichen Begrüßung, wartet die nächste Benimm-Falle: Handschlag oder nicht? Bei der ersten Begegnung ist dies noch recht einfach. Denn hierzulande ist es allgemeiner Brauch, sich beim Kennenlernen die Hand zu geben. Dann geht die verbale Begrüßung mit der physischen Begrüßung im wahrsten Sinn des Wortes Hand in Hand.

In der Knigge-Welt gibt es klare Regeln, wer wem zuerst die Hand reicht: Der Ranghöhere entscheidet, ob er mit dem anderen einen Händedruck tauschen will oder nicht.

Wer als Gast in ein anderes Unternehmen kommt, kann allerdings durchaus zuerst dem Gegenüber die Hand reichen. Bei Folgetreffen entscheidet dann die Situation, ob es zu einem Handschlag kommt oder nicht.

Der richtige Händedruck

Der Händedruck bei der ersten Begegnung ist der gefühlte erste Eindruck. Wer zu feuchten oder sehr kalten Händen neigt, kann seine Hand zuvor unauffällig am Jackenärmel, Hosenbein oder an einem Stofftaschentuch trocknen oder wärmen.

Darauf geachtet werden sollte, dass der Händedruck kurz und fest ist. Ein zu langer und zu starker oder zu fischiger Händedruck wirkt unangenehm. Dass die andere Hand dabei nicht in der Hosen- oder Jackentasche verschwindet, versteht sich von selbst.

Aufstehen beim Begrüßen

In der modernen Welt gilt übrigens eine Regel für beide Geschlechter: Bei einer Begrüßung steht jeder auf, der in diesem Moment sitzt – egal, ob Mann oder Frau und unabhängig davon, ob eine Frau oder ein Mann begrüßt wird.

Kurz gefasst:
Wer sich vorstellt, nennt deutlich seinen kompletten Namen. Visitenkarten müssen aufmerksam gelesen werden. Rangniedrigere grüßen Ranghöhere. Ranghöhere entscheiden, ob es zu einem Handschlag kommt oder nicht.

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