Eine erhebliche Rentenlücke zwischen den Geschlechtern ist Konsequenz aus unterschiedlichen Einkommen und unbezahlter Care-Tätigkeit: Frauen verdienen weniger als Männer – selbst in vergleichbaren Aufgaben und/oder gleichen Verantwortlichkeiten – und sie leisten den Großteil der Sorgearbeit. Auf diese Ungleichheit macht jährlich im August der Aktionstag Equal Pension Day aufmerksam.

Initiiert wurde der Equal Pension Day vom Verband berufstätiger Mütter (VBM). Anlass war eine Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2011. Diese zeigte für eigen erworbene Ansprüche einen Unterschied von knapp 60 Prozent zwischen den Renten von Frauen und Männern.

Als wesentliche Ursachen für „die klaffende Rentenlücke zwischen Frauen und Männern“ erkennt Cornelia Spachtholz, VBM-Vorstandsvorsitzende, sowohl die ungleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit als auch die ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern. Für sie besteht kein Zweifel daran, dass diese Ursachen beseitigt werden müssen, um die existierende Rentenlücke zu schließen.

Entsprechend setzt sie sich ein für „eine konsequente, konsistente, gleichstellungsorientierte und zeitgemäße Familienpolitik“, die sich als „Querschnittsaufgabe“ in sämtlichen Politikfeldern wiederfinden sollte.

Cornelia Spachtholz zweifelt nicht daran, dass ein Kulturwandel erforderlich ist. Voraussetzung dafür sei das Überwinden patriarchalischer Strukturen. Ein Kulturwandel würde „sich zu Hause in der Verteilung der Sorgearbeit, in der Folge in der Wirtschaft in der Verteilung des Einkommens und schließlich in der Rente hin zu Equal Pension deutlich bemerkbar machen“.

Der VBM weist auch darauf hin, dass allein das Überwinden von Care Gap und Pay Gap die Rentenunterschiede noch nicht beseitigt. Vielmehr brauche das Rentensystem ein Umsteuern, betont Cornelia Spachtholz.

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