Sexismus ist allgegenwärtig: am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum, im alltäglichen Miteinander. Diesem Phänomen treten engagierte Menschen jetzt entgegen. Unternehmen, Gewerkschaften und Organisationen bekennen sich zu der gemeinsamen Erklärung gegen Sexismus und sexuelle Belästigung. Diese Initiative des Bundesfrauenministeriums und der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF Berlin) hat zum Ziel, Sexismus zu erkennen und zu bekämpfen – mit konkreten Handlungsempfehlungen.

Sexismus ist eine Form der Diskriminierung und betrifft Frauen und Männer. Was aber ist Sexismus genau? In der Handreichung „Gemeinsam gegen Sexismus“ wird Bezug genommen auf die US-amerikanische Autorin Caroline Bird, für die „Sexismus heißt, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu beurteilen, wenn ihr Geschlecht keine Rolle spielt“.

Sexismus hat viele Facetten, ist keineswegs ein ausschließlich moralisches Problem, sondern ist schädlich für die Volkswirtschaft wie für die Gesellschaft in toto. Das wird in der Publikation der EAF Berlin deutlich vermittelt. Doch Menschen können geschützt und entstehende Kosten durch Sexismus verringert werden, wenn Sexismus erkannt und – vor allem – nicht hingenommen wird. Auf dem Weg dahin hilft die Orientierung an klaren „Leitlinien zum Umgang mit Sexismus und sexueller Belästigung“.

In der Handreichung werden etliche Maßnahmen vorgestellt, mit denen beispielsweise der Diskriminierung in der Arbeitswelt oder im öffentlichen Raum begegnet werden kann. So sind präventive Initiativen ein wichtiger Schritt hin zu Veränderungen. Eine erste Aktivität könnte das Bereitstellen von Informationsmaterialien zur sexuellen Belästigung im Unternehmen sein. Interessenten wird es leicht gemacht: Entsprechende Bezugsadressen für diese Materialien werden in der Broschüre genannt.

Ein Gegenmittel: Betriebsvereinbarungen und Leitlinien

Außerdem empfehlen die Autorinnen und Autoren den Betrieben, Leitlinien gegen Sexismus und sexuelle Belästigung zu erstellen. Beispiele für derartige Leitlinien und Verhaltenskodizes werden vorgestellt. Ein scharfes Schwert bei der Prävention können natürlich auch Dienst- und Betriebsvereinbarungen sein, in denen Sanktionsmöglichkeiten formuliert werden. Mit derartigen Verträgen werde offengelegt, dass am Arbeitsplatz partnerschaftliches Verhalten erwartet wird.

Das Bündel an geeigneten Maßnahmen in der Arbeitswelt reicht von „Haltung zeigen“ über die „Bestandsaufnahme“ im Betrieb und Trainings zur Sensibilisierung bis zum Einrichten von „Beschwerdestellen“. Unternehmen, die im eigenen Hause Diskriminierungen ein Ende bereiten wollen, finden in der Handreichung Empfehlungen satt, wie „Sexismus und sexualisierte Gewalt in all ihren Erscheinungsformen“ bekämpft werden kann.

Ein allererster Schritt hin zu einer Organisation, in der Diskriminierung und sexualisierte Gewalt keinen Platz haben, kann auch eine Unterschrift unter die Gemeinsame Erklärung sein.

 

 

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