Chancengleichheit für Männer und Frauen – das schreibt sich mittlerweile eine Vielzahl an Unternehmen auf die Fahnen. Nur wenige setzen jedoch Maßnahmen für mehr Vielfalt um. Oft schließen sie Frauen sogar unterbewusst aus, berichtet Stepstone.

Für ihre repräsentative Studie „Gendergerechtes Recruiting“ hat die Jobbörse 3.500 Personen befragt, darunter 500, die für die Personalbeschaffung verantwortlich sind. Nahezu jedes zweite Unternehmen gab an, dass es unter den Bewerbenden mehr Männer als Frauen gibt. Das gilt umso mehr bei Führungspositionen. Zwar habe das auch strukturelle Gründe in der Gesellschaft, sagt Dr. Tobias Zimmermann von Stepstone. Arbeitgeber können und sollten aber mehr tun, um wirklich alle Menschen anzusprechen, die für den jeweiligen Job infrage kommen.

Die Personalnachfrage sei groß und lag bei der Jobbörse zuletzt weit über dem Krisenjahr 2020. Oftmals gebe es jedoch Schwierigkeiten bei der Ansprache der passenden Bewerbenden. Zwar hat sich jedes zweite befragte Unternehmen zum Ziel gesetzt hat, gleich viele Männer und Frauen einstellen zu wollen. Allerdings arbeiten nur 23 Prozent auch aktiv daran. Zimmermann: „Wir sehen hier eine riesige Lücke: Während viele Arbeitgeber zwar das klare Ziel haben, diverse Teams zu bilden, haben viele Nachholbedarf, dafür bereits beim Recruiting die Weichen zu stellen.“

Konkret wünschen sich 91 beziehungsweise 89 Prozent der Bewerberinnen vor allem Informationen zu flexiblen Arbeitszeiten und -modellen. 83 Prozent suchen zudem Angaben über Gehälter oder Benefits wie Kinderbetreuung. Zudem sollten Arbeitgeber ihre Formulierungen in der Stellenanzeige wohlüberlegt wählen: Stepstone zufolge gibt es Ausdrücke, von denen sich ganz unterbewusst mehr Männer als Frauen angesprochen fühlen – und andersherum. Fast 60 Prozent der Personalverantwortlichen sei das jedoch gar nicht bewusst. So sei die Formulierung: „Wir suchen ein engagiertes und talentiertes Teammitglied“ in puncto Gendergerechtigkeit ratsamer als zu schreiben: „Wir suchen ein ambitioniertes und leistungsstarkes Teammitglied“.

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