Was lange währt, wird endlich gut? Ein flächendeckender Tarifvertrag in der Altenpflege soll vielen Beschäftigten in der Branche zum 1. August 2021 mehr Geld bringen. Der endgültige Inhalt des Vertrages wurde nun festgezurrt.

Wie Verdi berichtet, hat sich die Dienstleistungsgewerkschaft mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) auf einen Tarifvertrag über Mindestbedingungen in der Altenpflege verständigt. Er soll nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz zum 1. August 2021 auf die gesamte Branche erstreckt werden.

Konkret sieht der Vertrag vor, dass sich die Mindeststundenentgelte für alle Pflegepersonen in der Altenpflege im Vergleich zum aktuell geltenden Pflegemindestlohn in vier Schritten deutlich erhöhen:

Pflegehelfer erhalten demnach

  • vom 1. August 2021 an mindestens 12,40 EUR pro Stunde,
  • vom 1. Januar 2022 an mindestens 13,80 EUR,
  • vom 1. Januar 2023 an mindestens 14,15 EUR und
  • vom 1. Juni 2023 an mindestens 14,40 EUR.

Für Pflegehelfer mit mindestens einjähriger Ausbildung steigen die Entgelte zu den gleichen Daten auf

  • zunächst 13,10 EUR,
  • dann über 14,50 und
  • 15 EUR
  • auf 15,25 EEUR.

Für examinierte Pflegefachpersonen sollen die Stundenentgelte

  • 16,10 EUR betragen,
  • dann 17 und
  • 18,50 EUR,
  • vom 1. Juni 2023 an schließlich 18,75 EUR.

Bei einer 39-Stunden-Woche liegen die Monatsgehälter im Juni 2023 damit mindestens bei 2.440 EUR für Pflegehelfer, 2.585 EUR für Pflegehelfer mit mindestens einjähriger Ausbildung und 3.180 EUR für Pflegefachpersonen.

„Pflegepersonen in der Altenpflege haben zudem künftig Anspruch auf mindestens 28 Urlaubstage pro Jahr und ein zusätzliches Urlaubsgeld von mindestens 500 Euro“, heißt es bei Verdi weiter. Der Tarifvertrag regele Mindestbedingungen in der Altenpflege. Bessere Regelungen blieben davon unberührt und seien weiterhin möglich.

Beide Parteien zeigten sich zuversichtlich, dass Caritas und Diakonie den gemeinsamen Weg zu flächendeckend wirkenden Arbeitsbedingungen unterstützen. Sie appellierten zudem dringend an Politik und Kostenträger, eine ausreichende Finanzierung der neuen Mindestentgelte in der Altenpflege sicherzustellen, ohne dass die Eigenanteile der Bezieher von Pflegeleistungen oder deren Angehörigen steigen.

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