Die Tarifbindung bröckelt – seit Jahren. Ein Ende ist aktuell nicht in Sicht. Im Westen arbeiten 45 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit einem Branchentarifvertrag, im Osten sind es 32 Prozent. Diese Zahlen legt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für das Jahr 2020 vor.

Der Blick zurück verdeutlicht die stete Entwicklung nach unten: Im Jahr 2000 arbeiteten im Westen noch 63 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer in Unternehmen mit Tarifbindung, im Osten lag dieser Anteil vor zwei Dekaden bei 47 Prozent. In der Vergangenheit wie in der Gegenwart gilt: Je mehr Beschäftigte ein Betrieb hat, umso höher ist die Tarifbindung.

Gänzlich ohne Tarifvertrag sind im Westen 47 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, im Osten klettert dieser Anteil gar auf 57 Prozent. Firmen- oder Haustarifverträge gelten im Westen für 8 Prozent und im Osten für 11 Prozent aller Beschäftigten.

Die Instituts-Forscher werten auch aus, wie es um die betriebliche Mitbestimmung bestellt ist. Nach der Befragung liegen die Anteile der Betriebe mit einem Betriebsrat im Westen wie im Osten jeweils im einstelligen Prozentbereich: 8 Prozent im Westen und 9 Prozent im Osten. Im Jahr 2000 betrugen diese Anteile noch jeweils bei 12 Prozent.

Ähnlicher Trend bei Betriebsräten

Entsprechend niedrig ist auch die Gesamtzahl der Beschäftigten, die in einem Betrieb mit einer Arbeitnehmervertretung arbeiten: Im Westen können sich 40 Prozent aller Arbeitnehmer an einen Betriebsrat wenden, im Osten sind es 36 Prozent aller Mitarbeiter.

Für das IAB-Betriebspanel werden jährlich rund 16.000 Betriebe quer durch die Republik befragt.

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