Die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt hat aufgrund der Corona-Pandemie weiter zugenommen. Das ist der Tenor der jüngsten Frauenalterssicherungskonferenz der Gewerkschaft ver.di. Nötig seien mehr Tarifbindung, mehr Grundrente und eine Sozialversicherungspflicht vom ersten Euro an.

Gesellschaftlich relevante Tätigkeiten in Beruf und Familie seien häufig von niedrigen Löhnen, Entgeltungleichheit, fehlenden Betriebsrenten, Teilzeitarbeit oder Ausfallzeiten für Sorgearbeit geprägt, erklärte Dagmar König von ver.di. Damit sei eine auskömmliche Rente im Alter für Frauen nur schwer zu erreichen. Kurzarbeit und Entlassungen von oft prekär beschäftigten Frauen sorgten in der Pandemie außerdem für weniger Geld zum Lebensunterhalt und in den Rentenkassen. Die neue Grundrente federe diese Entwicklung zwar teilweise ab, muss aber Ihrer Auffassung nach weiterentwickelt werden.

Außerdem müsse der Lohn der Frauen steigen – momentan verdienten sie rund 18 Prozent weniger als Männer. Als ein Grund wird angeführt, dass es Frauen seltener in gut bezahlte Führungspositionen schaffen als Männer. Zudem arbeiteten sie meist in schlechter bezahlten Berufen. Das müsse durch eine Stärkung der Tarifbindung dringend geändert werden, heißt es bei der Gewerkschaft weiter. „Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist wesentlich kleiner, wenn Tarifbindung vorhanden ist und damit ein Tarifvertrag gilt“, so Stefanie Nutzenberger, wie König Mitglied im ver.di-Bundesvorstand.

Stattdessen würden sich viele Arbeitgeber oft aus ihrer Verantwortung stehlen, indem sie  Lohndumping zu Lasten der Beschäftigten und der Gesellschaft betrieben. „Wenn dann die Beschäftigten Aufstockungsunterstützung erhalten, zahlen alle das Lohndumping und das Unternehmen kann sich die Taschen vollstecken, weil es Personalkosten spart.“ Um dies aufzuhalten, brauche es „dringend eine erleichterte Allgemeinverbindlichkeitserklärung“.

Darüber hinaus würden auch prekäre Jobs dafür sorgen, dass die Frauenalterssicherung gefährdet ist. Die Pandemie habe gezeigt, dass Beschäftigte in Minijobs keinerlei Absicherung hätten. Da Minijobs zu Minirenten führen würden, wurde eine Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro gefordert. Davon würden Frauen am meisten profitieren, da der überwiegende Anteil der Minijobbenden weiblich ist.

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