Tarifvertrag - Tarifpluralität

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Eine Tarifpluralität liegt vor, wenn mehrere Tarifverträge für unterschiedliche Arbeitsverhältnisse eines Betriebes Geltung beanspruchen, der Arbeitgeber also doppelt tarifgebunden ist. Ein Beispiel dafür ist, dass der Arbeitgeber gleichzeitig an einen Verbandstarifvertrag und einen Firmentarifvertrag mit einer anderen Gewerkschaft gebunden ist. Möglich ist auch, dass dieser Verbandstarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wurde.

Bis Anfang 2010 löste die Rechtsprechung die Tarifpluralität wie im Falle der Tarifkonkurrenz nach dem Grundsatz der Tarifeinheit. Demzufolge galt in einem Betrieb nur ein Tarifvertrag. Begründet wurde das damit, dass zur Wahrung der Rechtssicherheit und der Rechtsklarheit auf den gesamten Betrieb bezogen ein einzelner Tarifvertrag gelten müsse.

Dieser von der Rechtsprechung entwickelte Grundsatz der Tarifeinheit stieß in der Fachliteratur vielfach auf Bedenken. Kritisiert wurde daran vor allem, dass dieser Eingriff in die Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 Satz 1 GG des Arbeitnehmers und


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