Kündigung - verhaltensbedingt: Interessenabwägung

 Information 

1. Allgemeines

Der Arbeitgeber muss bei der ordentlichen verhaltensbedingten Kündigung eine Interessenabwägung vornehmen. Die Bewertung aller für und gegen eine Kündigung sprechenden Punkte ist Bestandteil der sozialen Rechtfertigung dieser Kündigung. Das Beendigungsinteresse des Arbeitgebers hat dabei keinen grundsätzlichen Vorrang gegenüber dem Bestandsinteresse seines Arbeitnehmers. Dieser Vorrang muss sich erst als Ergebnis eines sorgfältigen Abwägungsprozesses herausstellen.

Praxistipp:

Im Gegensatz zur ordentlichen personenbedingten Kündigung sind bei einer verhaltensbedingten keine so hohen Anforderungen an die Interessenabwägung zu stellen. Hier hat der Arbeitnehmer mit seinem Verhalten selbst den Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gesetzt. Trotzdem muss die Interessenabwägung möglichst umfassend sein und nach objektiven Maßstäben erfolgen. Unterm Strich wird man aber davon ausgehen können, dass eine an sich zur Kündigung berechtigende Pflichtverletzung nur bei besonderen, bei der Interessenabwägung zu Gunsten des Arbeitnehmers zu berücksichtigenden Umständen des Einzelfalls erfolglos bleibt.

Die


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