In der Pandemie ist die Kinderbetreuung partnerschaftlicher geworden: Zumindest in den Familien, in denen die Väter in Kurzarbeit sind. Dieses Ergebnis präsentiert eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Corona-Krise wirkt sich bei Kurzarbeit nicht nur finanziell, sondern auch sozial in den Familien aus – und da durchaus positiv. Bedingt durch die Arbeitszeitreduzierung kümmern sich kurzarbeitende Väter mehr um die Kinder als es zuvor der Fall war.

Nach einer Auswertung der Böckler-Erwerbspersonenbefragung hat sich der Anteil der Männer, die den Löwenanteil der Kinderbetreuung übernehmen, deutlich erhöht: Vor der Pandemie waren es gerade 7 Prozent, jetzt sind es 29,6 Prozent.

Reichlich 35 Prozent der Väter geben außerdem an, sich genauso intensiv den Kindern zu widmen wie dies die Partnerin tut. Ebenfalls rund 35 Prozent überlassen den Hauptteil der Kindersorge allerdings den Müttern. Vor der Pandemie lag diese Quote bei rund 61 Prozent.

Für die kurzarbeitenden Frauen hat sich freilich recht wenig verändert. Von ihnen geben 13,9 Prozent an, dass der Partner die überwiegende Betreuungsarbeit übernimmt. Vor der Kurzarbeit lag dieser Anteil bei 7,1 Prozent.

Die Autoren der Publikation ziehen daher das Fazit: „Kurzarbeit macht deutlich, dass Arbeitszeitverkürzungen die ungleiche Lastenverteilung bei der Kinderbetreuung verringern können“. Doch beseitigt werde sie dadurch nicht: „Das Hauptengagement verbleibt weiterhin bei den Frauen.“

Der WSI Policy Brief Nr. 53 vom März 2021 von Toralf Pusch und Hartmut Seifert „Kurzarbeit – Mehr als eine Beschäftigungsbrücke“ steht auf Mausklick hier zum Download bereit.

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