Pendeln nervt viele Beschäftigte – und kann einer neuen Studie zufolge auch ihre Produktivität beeinträchtigen. Mit einem Plausch oder einer Achtsamkeitsübung vor dem Arbeitsbeginn kann dem entgegengesteuert werden.

Unter dem poetischen Titel „Stop and go, where is my flow” hat ein Forscherteam an der WHU – Otto Beisheim School of Management die Auswirkungen des Pendelns auf die Effizienz von Mitarbeitenden untersucht. Dazu beantworteten Arbeitnehmer, die den Weg zur Arbeit regelmäßig mit dem Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegten, über einen Zeitraum von zehn Tagen täglich drei Fragebögen.

Es zeigte sich, dass negative Erlebnisse während des morgendlichen Pendelns zu schlechteren Arbeitsabläufen führten. Darüber hinaus wirkten sie sich negativ auf das Engagement der Angestellten aus. Der negative Zusammenhang war dann besonders ausgeprägt, wenn die Angestellten über eine hohe Impulskontrolle verfügen, also mit schwierigen Kunden oder Kollegen umgehen mussten. Der Grund für den Produktivitätseinbruch ist, dass ein stressiger Weg zur Arbeit die Fähigkeit beeinträchtigt, sich selbst für anstrengende Aufgaben zu motivieren.

Es gibt jedoch Strategien, um die Auswirkungen negativer Pendel-Erfahrungen zu minimieren.  So helfe es beispielsweise, vor dem Arbeitsbeginn einen kurzen Plausch mit Kollegen zu halten oder eine kurze Achtsamkeitsübung zu machen. „Außerdem sollte die Arbeit so strukturiert werden, dass verbrauchte Energie wieder aufgefüllt wird“, heißt es in der Studie weiter. Der oder die Betroffene sollte zu Beginn eine Aufgabe wählen, die schnell zum Erfolg führt. Außerdem sei die Abwechslung zwischen monotonen und herausfordernden Aufgaben und das Setzen angemessener Fristen sinnvoll.

Arbeitgeber können ebenfalls unterstützend aktiv werden. Flexible Arbeitszeiten etwa haben den Vorteil, dass Arbeitnehmer nicht zwingend zu Stoßzeiten pendeln müssen. Wer Homeoffice ermöglicht, kann den Beschäftigten das Pendeln temporär ganz ersparen. Dann aber müsse auf ausreichend sozialen Austausch geachtet werden, betonen die Wissenschaftler. Des Weiteren seien Autonomie bei Entscheidungen und wenige Unterbrechungen bei der Arbeit hilfreich.

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