Immer wieder werden Rufe nach einem Rechtsanspruch auf Homeoffice laut. Während eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung ihn als „sinnvoll“ beurteilt, waren sich Experten bei einer Bundestagsanhörung kürzlich weniger einig darüber.

Mobile Arbeit habe viele Vorteile, heißt es in der Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts. Dazu zählten eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie weniger Zeitverlust und CO2-Ausstoß durch Pendelei. Allerdings befinde sie sich derzeit noch in einer „Grauzone“ der betrieblichen Arbeitsgestaltung. Viele Beschäftigte fühlten sich zu Hause beispielsweise häufiger verpflichtet, ständig erreichbar zu sein.

Die Autoren haben daher einige Anforderungen herausgearbeitet, die gute mobile Arbeit erfüllen müsste. Neben dem Rechtsanspruch mit einheitlichen Rahmenbedingungen gehört dazu auch, dass sie für die Beschäftigten freiwillig sein müsse: Abhängig Beschäftigte dürften durch ihre Arbeitgeber nicht verpflichtet werden, sich selbst einen Arbeitsplatz zu schaffen.

Notwendig ist aus Sicht der Wissenschaftler auch ein neues, erzwingbares Recht für Betriebsräte, bei der Einführung und Ausgestaltung mobiler Arbeit mitzubestimmen“. Letzteres sei im geplanten Betriebsrätemodernisierungsgesetz vorgesehen. Zudem müssten Unternehmen den Betriebsräten digitale Zugänge zu den Beschäftigten zur Verfügung stellen.

Bei einer Expertenanhörung im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales wurde ein Recht auf Homeoffice dagegen von manchen abgelehnt. Zwar bestand Einigkeit darüber, dass das Arbeiten von zu Hause einen rechtlichen Rahmen erhalten sollte. Die mögliche Ausgestaltung wurde aber unterschiedlich beurteilt.

Der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) warnte etwa davor, dass ein Rechtsanspruch Belegschaften spalten könnte, weil nicht alle Tätigkeiten ins Homeoffice verlagert werden könnten. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) fand, dass ein Rechtsanspruch die Betriebe unnötig mit Regelungen belasten würde. Peter Krauss-Hoffmann vom Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen hielt betriebliche oder sozialpartnerschaftliche Vereinbarungen für besser als eine Rechtsetzung von staatlicher Seite.

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