2019 trat das Qualifizierungschancengesetz (QCG) in Kraft. Es fördert Arbeitgeber und ihre Beschäftigten bei der Weiterbildung. Allerdings bleibe es weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, berichtet die WBS-Gruppe. 2019 sei nur etwa jeder dritte Euro aus dem Budget für die berufliche Weiterbildungsförderung abgerufen worden. Dabei böte gerade die Kurzarbeit viele Fortbildungschancen.

Im Startjahr begannen rund 34.600 Arbeitnehmer eine Weiterbildung gemäß dem QCG, zitiert der Bildungsanbieter aus einem Bericht des Bundesarbeitsministeriums (BMAS). Zudem wurden 26.258 Beschäftigte mit Gehaltszuschüssen gefördert. Das sind zwar jeweils mehr als im Jahr 2018, als die Beschäftigtenqualifizierung noch über das Programm WeGebAU gefördert wurde.

Gleichwohl habe das Budget für die berufliche Weiterbildungsförderung 2019 bei rund 1,5 Milliarden Euro gelegen. Davon entfielen nur rund 431 Millionen Euro auf die Förderung von Beschäftigten nach dem QCG. Zudem sei der Weiterbildungshaushalt der Bundesagentur für Arbeit (BA) 2020 noch einmal um rund 140 Millionen Euro erhöht worden. Dem standen im gleichen Jahr jedoch 16,5 Prozent weniger abgerufene Weiterbildungen für Arbeitnehmer gegenüber.

Geld wäre also genug da. Homeoffice und Kurzarbeit sind nach Auffassung von WBS keine Hinderungsgründe, sondern im Gegenteil große Chancen für die Qualifizierung von Mitarbeitern. Immerhin jedes fünfte Unternehmen habe während der Pandemie die Kurzarbeit genutzt, um hier aktiv zu werden. „Nicht genug, wie wir finden“, sagt Joachim Giese von der WBS-Gruppe. Nicht nur, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer durchweg von dem Gesetz profitieren würden. Auch jenseits der aktuellen Krise erfordere die digitale Transformation permanent neue Kenntnisse. „Daher wollen wir noch einmal mit Nachdruck auf die vielen Möglichkeiten des QCG hinweisen.“

Konkret gelte es zunächst, den Qualifizierungsbedarf im Unternehmen zu ermitteln und zu definieren, welche Personen für eine Qualifizierung geeignet sind. Dann sollte die Auswahl des passenden Bildungsangebots erfolgen. Daraus ergeben sich in der Folge die Kosten für die Qualifizierung und damit auch die Förderhöhe. Schließlich muss die Förderung noch beantragt werden.

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