In vielen Mündern ist die Inklusion in der Arbeitswelt eine Selbstverständlichkeit. Doch breitflächig und überzeugt gelebt wird die Integration von Menschen mit Behinderung immer noch nicht. Im Gegenteil: Die IG Metall befürchtet eine Verschlechterung ihrer Chancen im Arbeitsleben durch die geplante Novellierung der Verordnung für Versorgungsmedizin.

Die geplanten Änderungen in der Versorgungsmedizin-Verordnung sehen beispielsweise vor, dass medizinische Hilfsmittel wie Prothesen künftig bei dem Bestimmen des Behinderungsgrads berücksichtigt werden sollen. Für Dr. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, ist diese angedachte Neuerung nicht akzeptabel.

“Solche Hilfsmittel sind kein vollwertiger Ausgleich für Einschränkungen, die Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt erfahren”, unterstreicht der IG-Metaller seine abweisende Haltung gegenüber den Reformplänen.

Auf Ablehnung trifft bei ihm auch der Vorschlag, künftig den Behinderungsgrad zu befristen. “Dann müssten Neuanträge gestellt werden, um wieder eine Anerkennung als Schwerbehinderter zu bekommen”, skizziert Hans-Jürgen Urban und ergänzt, dass dies zu Versorgungslücken führen könnte. Nicht zuletzt fordert er auch eine stärkere Einbeziehung von Betroffenen, Gewerkschaften und Verbänden in eine Reform der Versorgungsmedizin.

Unternehmen mit mindestens zwanzig Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, fünf Prozent der Arbeitsplätze Schwerbehinderten zur Verfügung zu stellen. Wird diese Quote nicht erfüllt, wird eine Ausgleichsabgabe fällig, die zwischen 125 Euro und 320 Euro im Monat liegt.

Nicht wenige Betriebe entscheiden sich für diese Ausgleichsabgabe: Die gesetzliche Quote wird lediglich zu 4,1 Prozent erfüllt. Daher fordert IG-Metall-Vorstandsmitglied Urban die Abgabe deutlich zu erhöhen und zwar auf mindestens 750 Euro.

Nach Angaben der IG Metall steht von den anerkannt 7,8 Millionen Schwerbehinderten gegenwärtig knapp eine Million mitten im Arbeitsleben.

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