Von massiven Problemen in ihrer Arbeit berichten Mitarbeitende im Rettungsdienst. Besonders hervorgehoben werden die Arbeitszeiten, die Arbeitsintensität sowie die körperlichen und psychischen Belastungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Ver.di-Befragung von Beschäftigten im Rettungsdienst.  

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich die ohnehin hohe Arbeitsbelastung von Beschäftigten im Rettungsdienst “nochmals deutlich verschärft“, beleuchtet Sylvia Bühler, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di), die Situation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Rettungsdienst.

Beinahe alle rund 7.000 Befragten weisen zudem auf die Schwierigkeiten hin, Beruf und Privatleben miteinander zu verbinden. Summa summarum verwundere es nicht, so die Ver.di-Vorständin Bühler, „dass die Arbeit im Rettungsdienst als wenig attraktiv wahrgenommen wird“. Denn zu den überlangen und ungünstigen Arbeitszeiten addieren sich noch die physischen Anstrengungen und die Übergriffe.

Viele denken wegen Arbeitsbelastung an Jobwechsel

Jeder sei im Notfall auf rasche Hilfe angewiesen. Daher sei es für alle wichtig, dass sich die Bedingungen im Rettungsdienst schnellstens verbessern. Eine Herausforderung und eine Notwendigkeit, denn schon gäbe es „nicht mehr genug Menschen, die diesen so wichtigen Beruf ausüben wollen“. Arbeitgeber und politisch Verantwortliche müssten aufgerüttelt werden und dringend reagieren, so Sylvia Bühler. Denn auch 39 Prozent der Befragten geben an, „sie würden sofort den Beruf wechseln, falls sie die Gelegenheit dazu bekämen“.

Reichlich vier Fünftel (84 %) der Befragten vermuten, dass sie unter den herrschenden Arbeitsbedingungen nicht bis zum Rentenalter „durchhalten“ können. Denn auch die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen können sehr häufig oder häufig nicht oder nicht vollständig genommen werden. Von den Beschäftigten jenseits der Mitte 50 „geht fast die Hälfte auch krank zur Arbeit“.

Kürzere Arbeitszeiten sind für die Gewerkschaft „eine wichtige Maßnahme, um den Rettungsdienst wieder attraktiver zu machen“. Im Reformtarifvertrag des Deutschen Roten Kreuzes habe Ver.di eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit inklusive des Bereitschaftsdienstes von 48 auf 45 Stunden erreicht.

Derzeit führe die Gewerkschaft Gespräche mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Auch beim öffentlichen Rettungsdienst müsse endlich Schluss sein mit den überlangen Arbeitszeiten und hoher Arbeitsbelastung, fordert Bühler.

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