Das Arbeiten im Home-Office wurde über Monate hinweg mit einer schönen, neuen Arbeitswelt assoziiert. Zu Beginn der Corona-Pandemie noch überschwänglich begrüßt, wird diese Form der Arbeit jedoch mit zunehmender Zeitdauer auch teilweise reservierter beurteilt. Gründe listet die Studie Hybrid Work 2022 – beauftragt von dem IT-Magazin Computerwoche – auf.

Quasi über Nacht veränderte sich mit Beginn der Covid-Erkrankungen die Arbeitswelt: Plötzlich ging, was zuvor doch eher in das Reich der Träume denn in den Business-Alltag verwiesen wurde: Vielerorts arbeiteten die Beschäftigten nicht mehr am angestammten Schreibtisch, sondern in den heimischen vier Wänden. Eine Revolution, keine Evolution.

Der Umzug in Richtung Home-Office gestaltete sich bundesweit recht unkompliziert. „Selbst Mittelständler … bei denen es schon als Privileg galt, wenn es mal im Quartal einen Home-Office-Tag gab, haben sich eines Besseren belehren lassen und festgestellt, dass der Laden auch in der neuen Konstellation ganz gut läuft“, schreibt Hans Königes, Ressortleiter Jobs & Karriere bei der Computerwoche, im Vorwort zur Studie.

Doch zeigte sich die neue Arbeitswelt nicht nur im Sonnenlicht. Das zeit- und ortsunabhängige Arbeiten präsentierte sich im Zeitablauf doch als „schwieriger und komplexer“ als anfangs gedacht. Insbesondere kletterte vielerorts die Fluktuation überdurchschnittlich nach oben. In diesen Zahlen spiegelten sich, so Hans Königes, die Unternehmen, die glaubten, so schwierig könne das mit dem hybriden Arbeiten doch gar nicht sein. Eine positive Situation ergab sich in den Betrieben, die von Anfang an ihre Hausaufgaben gemacht hatten.

In den Unternehmen, in denen das Management sich auf „die neue Form der Führung“ eingestellt hatte und ein offenes Ohr für die Lage ihrer Mitarbeitenden an den heimischen Arbeitsplätzen hatte, war das hybride Arbeiten ein Erfolg.

In den Betrieben, in denen viele Kündigungen bewältigt werden mussten und müssen, verdeutlichte sich laut Hans Königes eine alte Führungs-Weisheit, die da lautet: „Mitarbeiter kommen wegen interessanter Aufgaben, sie gehen wegen ihres Chefs.“

Damit das hybride Arbeiten für Unternehmen und Mitarbeitende dauerhaft gelingt, braucht es mehr als Notebooks für die Beschäftigten, nötig ist ein Konzept für die zukünftigen Arbeitsformen. Für Sybille Moll, Managerin bei Damovo, ist es „die gemeinschaftliche Aufgabe der gesamten Führungsebene … den strukturellen Wandel hin zu Hybrid Work … zu etablieren“. Das Wichtigste ist für sie „das richtige Mindset“.

Auf der Webseite der Computerwoche steht eine Leseprobe der kostenpflichtigen Studie Hybrid Work 2022 bereit.

 

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