In fortgeschrittenem Alter geht vieles nicht mehr ganz so leicht von der Hand wie in jungen Jahren. Eine Studie zeigt nun, dass sich geistige Leistungsfähigkeit, Selbstvertrauen, psychische Widerstandskraft und Wohlbefinden auch bei der Generation 50 plus trainieren lassen. Forschende der Uni Bonn haben dazu ein Programm entwickelt.

„In der Berufswelt gehörte es lange zur Realität, dass Mitarbeitende häufig bereits ab dem Alter von 45 Jahren keine Möglichkeiten zur Weiterbildung mehr angeboten bekamen”, berichtet Professorin Dr. Una Röhr-Sendlmeier. Unternehmen seien davon ausgegangen, dass sich eine solche Investition nicht lohne. Forschungsergebnisse hätten jedoch längst gezeigt, dass lebenslanges Lernen grundsätzlich gut möglich ist.

Ein Team um die Entwicklungspsychologin hat an mehr als 800 Frauen und Männern im Alter von über 50 Jahren untersucht, welchen Einfluss bestimmte Trainings auf die Schnelligkeit des Gehirns und die Konzentrationsfähigkeit, auf die Wahrnehmung der eigenen Kompetenz, die Selbstwirksamkeit und das Stressmanagement haben. Das Programm bestand aus fünf Modulen mit zweieinhalb Stunden pro Woche über 15 Wochen hinweg. Zu den Inhalten zählten unter anderem Methoden zur Stressbewältigung, aber auch ein Strategiespiel, mit dem die geistigen Fähigkeiten und das Problemlösungsvermögen trainiert werden sollten.

Mehr Fokus und Resilienz

Jeweils nach Beendigung des Programms und nach sechs weiteren Monaten bewerteten die Forschenden die Wirkung und verzeichneten „statistisch hochsignifikante Verbesserungen“. So habe sich etwa die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit der Teilnehmenden und die Selbsteinschätzung zur inneren Ruhe deutlich gesteigert, während die Tendenz, bei Misserfolgen zu resignieren, abnahm. 97 Prozent der Teilnehmenden würden das Training weiterempfehlen.

„Die Berufstätigen 50 plus gewinnen Lebensqualität, und die Unternehmen erhalten die Möglichkeit, diesen Berufstätigen länger eine Perspektive zu bieten”, resümiert Röhr-Sendlmeier. Dies sei ein Gewinn für beide Seiten und auch gesamtgesellschaftlich von Bedeutung.

Die Studie kann unter diesem Link im englischen Original eingesehen werden.

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