„I would prefer not to”, ich möchte lieber nicht, legte der Schriftsteller Herman Melville seinem Charakter Bartleby x-fach in den Mund. Ähnlich denken viele Deutsche, wenn sich Vorgesetzte mit ihnen auf privaten Social Media-Accounts vernetzen wollen.

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von Monster und YouGov hervor, an der 2.099 Personen teilnahmen. 23 Prozent von ihnen gaben an, dass sie es prinzipiell nicht gutheißen, wenn die Chefin oder der Chef ihnen auf Social-Media-Kanälen wie Facebook, Instagram, TikTok oder Twitter folgen würden. Zur Begründung hieß es, dass ihnen das zu privat sei. Entsprechend seien ihnen Vernetzungsanfragen dieser Art oft unangenehm.

Auffallend ist dem Jobportal zufolge, dass deutlich mehr Frauen ein Problem damit hätten, ihren Vorgesetzten private Inhalte aus Social Media-Kanälen zu offenbaren. Außerdem sind Singles der Umfrage zufolge tendenziell weniger einverstanden mit einer Vernetzung mit Vorgesetzten als Verpartnerte.

Freiwilligkeit und Fingerspitzengefühl sind Trumpf

31 Prozent der Befragten hätten zwar grundsätzlich nichts dagegen, wenn ihre Chefinnen und Chefs ihnen auf privaten sozialen Kanälen folgen würden. Im Detail ist das aber stark von verschiedenen Faktoren abhängig. So sagte ein Viertel von ihnen, dass es in jedem Fall darauf ankäme, welche Inhalte sie auf dem jeweiligen Kanal posten. Knapp 40 Prozent dieser Gruppe pflegen ihr Profil ohnehin so sorgsam, dass sie einer Anfrage entspannt gegenüberstehen. Der Rest wäre uneingeschränkt einverstanden mit einer Vernetzung.

Insgesamt scheinen sich die meisten Befragten gut abgrenzen zu können, wenn sie dies wünschen. Lediglich 4 Prozent würde sich trotz Unwohlsein nicht trauen, eine Vernetzungsanfrage aus der Chefetage abzulehnen. Das sollten sie aber, findet Claudia Bibo von Monster. Die Vernetzung sollte absolut freiwillig sein: „Arbeitgebende sollten eine Ablehnung entsprechend akzeptieren beziehungsweise im Vorhinein genau abwägen, ob es in dem speziellen beruflichen Kontext angemessen ist.“

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