Erneut will Siemens Energy in Berliner Arbeitsplätze abbauen: Um die 400 sollen im Schaltwerk in Siemensstadt zur Disposition stehen. Verlagert werden sollen diese Arbeitsplätze Medienberichten zufolge nach China und Mexiko.

Aktuell stehen weder die genaue Zahl noch die Modalitäten fest, die verhandelt werden sollen. Sicher scheint: Der Abbau ist fest beschlossen. Laut IG Metall und Betriebsrat geht es um „mehr als 400 Arbeitsplätze“. Aus dem Konzern heißt es, es gehe um „bis zu 400 Arbeitsplätze“. Betriebsbedingte Kündigungen soll es, so Tagesspiegel Online, nicht geben.

Gespräche zwischen dem Betriebsrat und dem Konzern über die aktuellen Pläne haben noch nicht stattgefunden. Der Betriebsrat wartet darauf.

Ende vergangenen Jahres seien die Arbeitnehmenden vom Konzern darüber informiert worden, dass im Berliner Schaltwerk 60 Millionen Euro in eine neue Fertigung von Vakuumschaltröhren investiert werden sollen.

Diese Röhren „sind das technologische Herzstück des ‚Blue Portfolios‘, welches klimaneutrale Stromübertragungsprodukte im Hochspannungsbereich umfasst und auf extrem klimaschädliche Gase verzichtet.“

Die Arbeiten an dem Aufbau dieser Fertigung sind im Gange. Aus dem Betriebsrat heißt es, dass bereits 250 Personen in diesem Bereich arbeiten. Rund 900 könnten es à la longue werden.

Von den bisherigen Schaltanlagen – und damit von entsprechenden Arbeitsplätzen – will sich der Konzern nun schnell trennen. Begründet wird dieses Vorhaben mit dem hohen Wettbewerbsdruck bei konventionellen Schaltanlagen und damit verbundenen Verlusten.

„Wenn das die Transformation ist, dann verzichten wir Beschäftigten gerne darauf“, zitiert die IG Metall Berlin den Betriebsratsvorsitzenden Rüdiger Groß. Es könne doch nicht sein, dass das Management erst einen ökologisch sinnvollen Produktwechsel beschließe, um danach Arbeitsplätze abzubauen, empört sich der Arbeitnehmervertreter.

Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, fordert von Siemens Energy „gerade jetzt die Verantwortung für seine qualifizierten Fachkräfte“ zu übernehmen.“ Doch zeige die Produktverlagerung ins Ausland zum gegenwärtigen Zeitpunkt einmal mehr, „dass Siemens die Marge in den Mittelpunkt seines Handelns stellt“.

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