Die Pandemie hat im Team mit der IT-Technik quasi über Nacht möglich gemacht, was zuvor kaum vorstellbar war. Dienstreisen wurden vielfach ersetzt durch Videokonferenzen – mit finanziellen Folgen: Die Unternehmen haben Reisekosten im Wert von rund 11 Milliarden Euro eingespart. Das berichtet das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit Bezug auf Umfragen des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR).

Die Berufswelt – und keineswegs nur sie – hat sich durch die Pandemie in den vergangenen Monaten nolens volens von selbstverständlichen Gewohnheiten verabschiedet. Ganz obenan die Dienstreisen: Virtuelle Meetings und Konferenzen haben viele Geschäftsreisen ersetzt.

Penibel wurde jede angedachte Dienstreise auf ihre Notwendigkeit hin überprüft: Schließlich galt – und gilt – es, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Auch standen kaum oder gar keine Transportmöglichkeiten zur Verfügung. Das Angebot an Hotelbetten war zudem während des Shutdowns stark eingeschränkt.

Die Folge waren deutliche Einsparungen, wie der VDR in Umfragen und Analysen ermittelt hat. Im Jahr 2019 lagen die Ausgaben hiesiger Unternehmen für Dienstreisen bei 55,3 Milliarden Euro. Im Corona-Jahr 2020 sackte diese Summe auf 10,1 Milliarden Euro. Dieser niedrige Wert ist aus IW-Sicht freilich vermutlich verbunden gewesen mit geschäftsschädigenden Effekten. Nämlich dann, „wenn notwendige Dienstreisen nicht stattfinden konnten“.

Umfragen des VDR von September 2020 bis Mitte August 2021 haben bereits wieder eine Zunahme der Dienstreisen gespiegelt und damit ein erneutes Ansteigen der Ausgaben dafür. Dennoch wird von einer Gesamtersparnis in Höhe von 11,2 Milliarden Euro ausgegangen. Zu vermuten steht, dass die Gesamtzahl der Geschäftsreisen sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau einpendeln wird als vor der Seuche. Zumindest erwarten laut VDR rund drei Viertel der Unternehmen „eine dauerhafte Reduktion der Reisetätigkeit gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019“.

Das Kölner IW weist darauf hin, dass die ermittelte Ersparnis bei den Reisekosten allerdings teilweise kompensiert werde durch die Ausgaben, die für die digitale Video-Technologie aufgewendet werden müssen. Neben den initialen Kosten würden zudem auch laufende Kosten anfallen, „etwa für IT-Sicherheit und Updatemanagement“.

 

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