Treffen Menschen zusammen, kann es zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Das ist am Arbeitsplatz nicht anders als in der Familie oder im Bekanntenkreis. Damit Konflikte nicht eskalieren, sind die Führungskräfte gefordert: Zu ihren Aufgaben gehört es, entstehende Kontroversen zu erkennen und mit einem effektiven Konfliktmanagement gegenzusteuern. Wie das gehen kann, damit setzt sich die aktuelle Ausgabe des Magazins „etem“ auseinander.

Konflikte am Arbeitsplatz sind nicht immer zu vermeiden, aber durchaus gemeinsam zu lösen. Das ist der Tenor, der sich durch den Artikel „Mit kühlem Kopf und offenen Ohren“ im Magazin der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) zieht. Praktische Vorschläge, wie Konflikte zu handhaben und im Idealfall aufzulösen sind, gibt es ebenfalls.

Konflikte entstehen häufig aus einer Unzufriedenheit heraus. Wird nicht gegengesteuert, kann beispielsweise der Arbeitsablauf gestört oder das Betriebsklima vergiftet werden. Eine Spirale kann sich in Bewegung setzen, die letztlich ggf. hohe Kosten verursachet. Daher ist es so wichtig, sich anbahnende Konflikte zu erkennen – noch besser, zu vermeiden.

Warum Streitigkeiten entstehen, weiß Jella Heptner, Referentin für Arbeitspsychologie bei der BG ETEM: „Ungenaue Absprachen, zu wenige Informationen oder das Gefühl, nicht gerecht behandelt zu werden, sind häufige Gründe für wachsende Unzufriedenheit bei Beschäftigten.“

Zu den typischen Konfliktarten im Arbeitsalltag zählen Rollenkonflikte, Verteilungskonflikte, Ziel- und Wertekonflikte oder Beziehungskonflikte. Unabhängig davon wie ein Konflikt kategorisiert wird, „im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen Menschen“, beobachtet Heptner immer wieder.

Transparenz hilft Konflikte zu vermeiden

Teil der Führungsaufgabe ist es, mögliche Konflikte bereits im Ansatz zu vermeiden. Die ETEM-Referentin empfiehlt Transparenz, um Missverständnisse zu vermeiden, Klarheit bei Aufgaben und Funktionen, genaue Zielvorgaben für die Beschäftigten und einen wertschätzenden Führungsstil, der zu einem guten Betriebsklima beiträgt.

Konflikte kommen nicht über Nacht, sondern bahnen sich an: durch zunehmende Krankmeldungen, sich häufende Fehler oder Kundenbeschwerden, durch einen zunehmend unfreundlichen Umgangston oder auch durch Kündigungen. Spätestens dann ist es an der Zeit gegenzusteuern oder die streitenden Parteien zu einem Konfliktgespräch zu bitten.

Fingerspitzengefühl ist für ein solches Konfliktgespräch erforderlich. Schließlich heiße das angestrebte Ziel, Gemeinsamkeiten zu finden, Verbindendes zu akzentuieren und einen Ausweg aus der Situation zu suchen und zu finden. Gibt es hausintern keine Person, die ein solches Gespräch moderieren kann, sollte auf externe Mediatorinnen und Mediatoren zurückgegriffen werden. Schließlich gelte es, das Unternehmen vor Schaden zu bewahren.

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