Ein kräftiges Wirtschaftswachstum prognostiziert das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) für das Jahr 2022. Federführend für diese positive Entwicklung sind die Konsumenten. Denn Insbesondere die privaten Einkäufe werden demnach das Wachstum ankurbeln.

Die neue Konjunkturprognose des IMK, eines Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, zeichnet für das laufende Jahr ein freundliches Bild. Die Wirtschaftsleistung wird demnach um 4,5 Prozent steigen. Weiter sinken wird die Arbeitslosigkeit, bis auf 5,1 Prozent im Jahresdurchschnitt. Ebenfalls zurückgehen – und zwar um 0,5 Prozent – wird die Inflation: Sie wird sich bei 2,6 Prozent einpendeln. Allerdings rechnen die IMK-Forscher damit, dass bis zur Jahresmitte „die Preissteigerung spürbar über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank“ liegt und erst danach darunter fällt.

Aufgrund der aktuellen pandemiebedingten Unsicherheiten und die internationalen Lieferengpässe gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine Entspannung erst im Frühjahr eintreten wird. Ab dann werde sich die Wirtschaft aber deutlich erholen.

An die Politik richtet der wissenschaftliche Direktor des IMK, Professor Dr. Sebastian Dullien, den Appell, „die beschäftigungssichernden Regelungen zum erleichterten Zugang und den verlängerten Bezug von Kurzarbeitergeld nochmals bis zum Frühjahr 2022“ zu verlängern, „um die gute Arbeitsmarktentwicklung nicht zu gefährden.“

Er rechnet „mit einer kräftigen Fortsetzung der Erholung“, sobald die aktuelle Infektionswelle unter Kontrolle ist. Denn es gebe „viel aufgestaute Konsumnachfrage“, gleichzeitig habe die „Industrie volle Auftragsbücher“, die u.a. wegen des Mangels an Halbleitern nicht hätten abgearbeitet werden können. Erwarteter Wachstumstreiber ist mit 4,1 Prozent der private Konsum.

Die prognostizierte Wirtschaftsleistung von insgesamt 4,5 Prozent steht für Dullien in einem engen Zusammenhang zu der pandemischen Entwicklung: „Größtes Risiko ist die Omikron-Variante. Sollte sie drastische Infektionswellen auslösen und sollten die internationalen Lieferketten erneut reißen, wäre das aktuell realistischste Szenario des kräftigen Aufschwungs in Frage gestellt.“ Dann könne erneut massives wirtschaftspolitisches Krisenmanagement erforderlich werden.

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