Die Rechte von Plattformbeschäftigten sollen gestärkt werden: Die EU-Kommission hat eine entsprechende Richtlinie vorgelegt. Stimmen EU-Parlament und Rat der Richtlinie zu, müssen künftig die Arbeitgeber nachweisen, ob die einzelnen Mitarbeitenden Arbeitnehmer oder Selbstständige sind. Dies ist eine von vielen Forderungen, die von der IG Metall unterstützt werden. 

Künftig gilt bei dem Vorliegen bestimmter Indizien „eine Vermutung für ein Beschäftigungsverhältnis mit der Plattform“. Damit liege die Beweislast, ob es sich um selbstständige Arbeit oder um ein Beschäftigtenverhältnis handelt, bei den Plattformen. „Diese Beweislastumkehr ist richtig und wichtig“, ist Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, überzeugt. Sie unterstreicht deren Bedeutung für die Crowdworker, denn diese werde „faire Behandlung und Bezahlung“ möglich machen.

Auch Kritik verteilt die Gewerkschaft: Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb „diese Regelung nur für neu abgeschlossene Beschäftigungsverhältnisse gelten soll.“ Dies würde den rund 5,5 Millionen Plattformbeschäftigten in der EU nicht helfen, die fälschlicherweise als Selbstständige eingestuft seien. IG Metall-Frau Christiane Benner fordert entsprechend Nachbesserung.

Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass viele ihrer Forderungen in dem Vorschlag für eine EU-Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit enthalten seien. So würden die Rechte von Gewerkschaften und Betriebsräten gestärkt werden. Auch wenn das erwünschte Verbandsklagerecht nicht aufgenommen wurde. Als „gut und zeitgemäß“ wertet die IG-Metall dagegen, dass in der Richtlinie kein Unterschied zwischen ortsgebundener und ortsungebundener Arbeit gemacht wird.

Aus Sicht der EU-Kommission erhöhte die vorgelegte Richtlinie „die Transparenz bei der Nutzung von Algorithmen durch digitale Arbeitsplattformen“. Denn künftig sollen bei strittigen Entscheidungen die Crowdworker das Recht haben, „automatisierte Entscheidungen“ anzufechten und auf einer Überprüfung durch einen Menschen bestehen zu können.

Von einer Stärkung ihrer Rechte sind laut Angaben der EU aktuell mehr als 28 Millionen Menschen EU-weit betroffen. Es wird weiter ein rasantes Wachstum prognostiziert: Mit rund 43 Millionen Plattformbeschäftigten wird für das Jahr 2025 gerechnet.

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