Die Digitalisierung wird als zentraler Treiber für den Wandel von Arbeit und Arbeitsbedingungen betrachtet. Das ist zu eng betrachtet, denn viele Dimensionen sind mit dieser technologischen Entwicklung verbunden. Wissenschaftler des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) betrachten in einem Report die Digitalisierung umfassender, insbesondere auch ihre Bedeutung für die Arbeitswelt und die Arbeitspolitik.    

Digitalisierung ist viel mehr als reine Technik, so das Credo aus dem IAQ an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die digitalen Technologien wandeln danach die Arbeit. Doch wie diese Veränderungen sich darstellen, wird „nicht durch die Technik determiniert“, sondern sei stets an „Betriebskontexte sowie das Handeln der betrieblichen Akteure gebunden“.

Andere Entwicklungen führten ebenfalls dazu, dass sich die Arbeit ändere. Daher müsse herausgefiltert werden, welche Entwicklungen im Einzelnen für Veränderungen in der Arbeitswelt verantwortlich zeichnen. So stelle sich beispielsweise die Frage, ob und – wenn ja – inwieweit „die digital-technologischen Prozesse die anderen Felder des institutionellen Wandels und sozialer Praktiken“ überstrahlten.

Eine weitere Dimension erkennen die Forscher in den arbeitspolitischen Herausforderungen der Digitalisierung. Sie beleuchten die Frage, wie sich „Durchsetzungsstärke, Strategiebildung und Aushandlungen der arbeitspolitischen Akteure“ verändern – angefangen bei den Betriebsräten und Gewerkschaften über die Arbeitgeber bis hin zu den politischen Akteuren.

Die Autoren und die Autoren kritisieren in dem IAQ-Report „Arbeitspolitik im Zeichen der Digitalisierung“, dass der Begriff Digitalisierung nicht selten eine Chiffre sei, der genaue Inhalt eben nicht deutlich werde. Steht für die Arbeitgeberseite die Digitalisierung mit der wirtschaftlichen Entwicklung in einem engen Zusammenhang, erkennen Arbeitnehmervertreter beispielsweise Gestaltungsspielräume der Arbeit durch den Einsatz von Digitalisierung im Unternehmen.

Für die Forschenden sind „arbeitspolitische Impulse gefragt, mit denen auf der einen Seite neue Gestaltungsansprüche an die Technologie formuliert und neue Leitbilder einer guten digitalen und digitalisierten Arbeit entwickelt werden, die auf der anderen Seite aber auch die engeren Grenzen der Digitalisierung überschreiten, das Zusammenspiel der aktuellen arbeitspolitischen Herausforderungen in den Blick nehmen und zugleich die Stärkung der Organisationsmacht von Gewerkschaften und Betriebsräten anstreben.“

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