Wie wird die neue, hybride Arbeitswelt aussehen? Dieser Frage stellten sich Forschende des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) gemeinsam mit mehr als 230 Expertinnen und Experten aus mehr als zwanzig Partnerunternehmen: Innerhalb von sechs Monaten entwickelten sie Blueprints, modellhafte Lösungsansätze, für die hybriden Herausforderungen in der Zukunft.  

Eine Projektgruppe setzte sich damit auseinander, wie die gewonnene Zeit eingesetzt werden kann, wenn das Pendeln durch das Arbeiten im Homeoffice wegfällt. Das Ergebnis-Szenario lautete, diese Zeit „anteilig für die Teilnahme an inspirierenden und weiterbildenden virtuellen Angeboten und Formaten“ zu nutzen.

Dies sei wichtig für das Innovationsgeschehen im Unternehmen, welches bislang durch zufällige Begegnungen von Kolleginnen und Kollegin forciert werde. Nicht nur aus Expertensicht wurde dieses Szenario bevorzugt, auch die Mitarbeitenden gaben zu 40 Prozent an, “die gewonnene Zeit für Weiterbildung und Inspiration“ zu nutzen.

Nicht minder von Bedeutung sind Begegnungen und Austausch zwischen den Mitarbeitenden. Doch wie soll dies sichergestellt werden, wenn „die Belegschaften räumlich stark verteilt sind“? Kreiert wurde die Idee eines „gemeinsam genutzten Raums“, in dem Arbeitsplätze gebucht werden können und der ein Ort spontaner Begegnungen werden kann – sowohl für Präsenzarbeitende, als auch für die Mitarbeitenden im Homeoffice oder die mobil Arbeitenden aus dem Ausland.

Gewinnt mobiles Arbeiten aus dem Ausland an Bedeutung?

Insbesondere Letzteres wird sich laut dem Studienbericht “Connected Work Innovation Hub” angesichts von Umfrageergebnissen “zweifelsfrei etablieren”, stehe “aber noch vor rechtlichen Herausforderungen”. Eine von den Experten erarbeitete Handreichung schlägt daher Zeitraum von maximal 30 Tagen für mobiles Arbeiten aus dem EU-Ausland vor.

Ein weiterer Fokus lag auf den Führungskompetenzen. Für die IAO-Mitarbeitenden und ihre Projektmitarbeitenden steht im Mittelpunkt „die Kompetenz, Beziehungen positiv gestalten zu können“. Diese Kompetenz umfasse die Fähigkeit, „Vertrauen zu schenken und zu erhalten sowie die Fähigkeit, über alle medialen Kanäle aktiv zu kommunizieren und eine zufriedenstellende Verständigung zu erreichen“.

Hybride Arbeitsformen werden in dem IAO-Studienbericht als „favorisiertes Arbeitsmodell für die nächsten post-pandemischen Jahre“ identifiziert. Daraus folgt eine gewaltig Herausforderung für die Unternehmen: Ihnen obliege die Aufgabe, die Transformation in eine hybride Arbeitswelt erfolgreich zu gestalten.

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