Während der Pandemie sind Videokonferenzen in der Arbeitswelt vielerorts zum ‘new normal’ geworden. Denn digitale Treffen ersetzten in etlichen Arbeitsbereichen die persönlichen Meetings und das oft mehrmals am Tag. Dass davon nicht immer alle Konferenzteilnehmenden begeistert sind, lässt sich aus der Cisco Global Workforce Survey schließen.   

Videokonferenzen werden im Arbeitsleben vermutlich dauerhaft Bestand haben und sei es in der Form, dass zumindest ein Teilnehmender einem realen Meeting virtuell zugeschaltet wird. Dies vermutet das IT-Unternehmen Cisco als Auftraggeber einer Umfrage unter gut 1.000 Beschäftigten. Über den Nutzen digitaler Besprechungen kann freilich trefflich gestritten werden.

Denn die Mehrheit der Befragten heftet den digitalen Konferenzen das Adjektiv „langweilig“ an. Da wundert es nicht, dass gut drei Fünftel (60,3 Prozent) der befragten Frauen und Männer angeben, die digitale Konferenz einfach geschehen zu lassen und diese schlichtweg auszusitzen.

Weniger geduldige Personen flüchten der Umfrage zufolge sogar mitunter aus den virtuellen Meetings: Sie erfinden Internet-Probleme (17 Prozent), öffnen die Fenster, damit der Straßenlärm dominiert (1,8 Prozent) oder täuschen sogar Schmerzen vor (1,2 Prozent), um sich zu verabschieden.

Standhaftere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben der Videokonferenz erhalten, suchen sich allerdings Nebenbeschäftigungen wie Online-Shopping (20 Prozent), Kochen und Essen (24 Prozent) oder greifen zu ihrer privaten Lektüre (25 Prozent).

Auch berichten 7 Prozent der Befragten, sie seien bereits schon einmal bei einer digitalen Konferenz eingenickt. 6 Prozent haben sich angeblich „im Nebenher“ mit dem Putzen beschäftigt und 8 Prozent haben nach eigenen Angaben nasse Wäsche aufgehängt. Ob es tatsächlich der Wahrheit oder eher dem Erfindungsgeist entspricht, dass 16 Prozent während eines beruflichen Online-Treffens schon geduscht oder gebadet haben, kann nur schwer verifiziert werden.

Notwendigkeit überprüfen

Aus Sicht von Cisco könnten Videokonferenzen interessanter gestaltet werden: Sie sollten nur dann angesetzt werden, wenn „sie wirklich notwendig sind“. Auch sollten die Meetings „produktiver, abwechslungsreicher und angenehmer“ gestaltet werden. Wie das gehen könnte, wissen die Teilnehmenden. Sie wünschen sich Programme mit Geräuschunterdrückung (50 Prozent), mit einer Protokoll-Funktion (36 Prozent) und möchten die anderen Konferenzler in HD-Qualität sehen können. Um der Langeweile vor dem Bildschirm entgegenzuwirken biete sich auch eine Sprachzeitbegrenzung für Teilnehmende (23 Prozent) an oder eine Auswahl an virtuellen Hintergründen (20 Prozent).

Katrin Hartmann, Personalchefin Cisco Deutschland, weist darauf hin, dass häufige und lange Videokonferenzen „ein erheblicher Stressfaktor für alle Beteiligten“ sind. Sie empfiehlt den Unternehmen dafür Sorge zu tragen, “die Meetings möglichst effizient und produktiv“ zu gestalten.

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