Die Deutsche Telekom hat ihre Entwicklertätigkeiten in Russland beendet. Den IT-Spezialisten an den Standorten Sankt Petersburg, Moskau und Woronesch ist nach Angaben des Unternehmens angeboten worden, außerhalb Russlands zu arbeiten. Viele Mitarbeitende hätten diese Möglichkeit genutzt und das Land verlassen.

Der Konzernbetriebsrat und der Gesamtbetriebsrat fordern seit Beginn des Krieges in der Ukraine schon einige Zeit, die Niederlassungen in Russland zu schließen. Beide Arbeitnehmervertretungen hatten entsprechende Resolutionen verabschiedet. Darüber hatte das Handelsblatt bereits Anfang vergangener Woche informiert.

Die endgültige Entscheidung zum Rückzug aus Russland könnte auch forciert worden sein durch den Eintrag des Konzerns auf der „Shame List“ des einflussreichen Wirtschaftswissenschaftlers Jeffrey Sonnenfeld. Laut Handelsblatt sammelt der Yale-Professor „auf der Website seines Instituts Unternehmen, die weiter an Geschäft oder Standorten in Russland festhalten“. Das Hackernetzwerk Anonymus soll der Telekom nach der Aufnahme in diese Liste mit Angriffen gedroht zu haben.

Die Deutsche Telekom selbst versichert, dass die Arbeiten für internationale Kunden, die bislang an den nun geschlossenen Standorten mit gesamt 2.000 Mitarbeitenden erfolgten, auch künftig „bestmöglich“ aufrechterhalten werden.

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