Die Industriegewerkschaft IGBCE und mehrere großen Umweltorganisationen haben ein gemeinsames Maßnahmenpaket für eine klimagerechte Transformation des Industriestandorts Deutschland vorgelegt. Gefordert werden massive Anreize für Investitionen in die Modernisierung von Industrie und Energieinfrastruktur. Es brauche jetzt ein „Signal des Aufbruchs“.

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Nötig seien nicht weniger als „etwa 100 Milliarden Euro jährlich“, mit denen der Staat in die Industriestandorte und deren Umbau in Richtung Klimaneutralität investiere. Das würde auch ein „unübersehbares Signal an das private Kapital“ senden. Konkret wird unter anderem ein Investitionsfonds gefordert, der Anreize für einen schnellen Wechsel auf effiziente und klimaneutrale Produktionsprozesse setze.

Darüber hinaus soll die Ansiedlung von für die Energiewende notwendigen Technologien wie Photovoltaik oder Wasserstoff-Elektrolyse gezielt gefördert werden. Ebenso soll der Ausbau von erneuerbaren Energien, Wasserstoff und der dafür dringend notwenigen Infrastruktur vorangetrieben werden. Des Weiteren verlangt das Bündnis nach einem Programm zur klimagerechten Sanierung des älteren Gebäudebestandes und der Einführung von Klimaschutzverträgen vor allem für die Grundstoffindustrie. Damit werde der „nötige Hochlauf“ klimagerechter Produktion beschleunigt.

Bestandsgarantien für Belegschaft verlangt

Die Unterzeichner, darunter auch der WWF, nehmen ebenso die Industrie in die Pflicht. Als Gegenleistung für „milliardenschwere Energiepreisbremsen oder Investitionshilfen“ soll sie sich klar bekennen – zu Standorten, Beschäftigten und verbindlichen, klimagerechten Transformationsplänen.

Die Politik der Vergangenheit habe es sich viel zu lange zu leicht gemacht und sich vor allem in Zielvorgaben verloren, sagt der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliades. Die „wirklich schwierige“ Aufgabe komme jetzt: der klimagerechte Ausbau des Industriestandorts, um Deutschland zu einem internationalen Marktführer auf diesem Feld zu machen. „Dafür braucht es jetzt den großen Wurf: massive Investitionen des Staats, des privaten Kapitals und der Unternehmen, die ihrer Verantwortung für Klima, Standort und Beschäftigung gerecht werden müssen.“

Die gemeinsame Erklärung kann auf der Website der IGBCE heruntergeladen werden.

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