Die betriebliche Weiterbildung hat durch die Pandemie einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Die Beteiligung an solchen Maßnahmen ist 2020 auf das niedrigste Niveau seit Beginn des Jahrtausends gesunken. Besonders stark traf es Branchen und Beschäftigtengruppen, deren Weiterbildungsengagement schon vor der Pandemie unterdurchschnittlich war.

Das geht aus dem Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Jährlich werden dafür gut 15.000 Betriebe aller Branchen und Größenklassen befragt. Grundsätzlich habe sich nichts daran geändert, dass Weiterbildung angesichts des technologischen und organisatorischen Wandels, aber auch der Internationalisierung der Wirtschaft, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dem standen mit Corona aber unsichere Geschäftserwartungen, finanzielle Engpässe und Kontaktbeschränkungen entgegen.

2020 bildeten nur noch 34 Prozent der Betriebe in Deutschland ihre Beschäftigten weiter – ihre Zahl sank damit gegenüber dem Vorjahr um fast 40 Prozent. Des Weiteren nahmen lediglich 15 Prozent der Beschäftigten an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teil. Ihre Weiterbildungsbeteiligung sank damit um nahezu 60 Prozent.

Es waren zwar alle Branchen von dieser Entwicklung betroffen, doch traf es einzelne Wirtschaftszweige deutlich stärker als andere. Dazu zählen die Beherbergung und Gastronomie, Nahrung und Genuss sowie der Einzelhandel. In diesen Bereichen wurde bereits vor der Krise deutlich seltener weitergebildet als in der Wirtschaft insgesamt. Darüber hinaus ging der Anteil der weiterbildenden Betriebe vor allem bei den Kleinst- und Kleinbetrieben mit weniger als 50 Beschäftigten stark zurück.

„Der massive Einbruch der betrieblichen Weiterbildung in der Pandemie hat für Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen negative Konsequenzen“, mahnt das IAB zusammenfassend. Für Betriebe verschärfe er die wieder anwachsenden Fachkräfteengpässe. Die Beschäftigten wiederum würden durch die Folgen der Pandemie zumindest teilweise ihrer Möglichkeit beraubt, ihr Qualifikationsniveau auf aktuellem Stand zu halten. Hoffnung mache aber der Blick in die Vergangenheit: Auch nach der Wirtschafts- und Finanzkrise stieg die betriebliche Weiterbildungsbeteiligung wieder sprunghaft an und erreichte sogar ein höheres Niveau als davor.

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