Die künftige Arbeitswelt wird hybrid sein: Daran besteht kaum Zweifel. Offen ist derzeit noch, wie diese neue Arbeitswelt gestaltet werden wird. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) Personalverantwortliche gefragt, wie aus ihrer Perspektive die Arbeitswelt von morgen aussieht und hat aus diesen Angaben Prognosen abgeleitet.  

Das Konzept der mobilen Arbeit hat pandemiebedingt innerhalb kürzester Zeit die Arbeitswelt erobert. Daran wird sich vermutlich auch im Inland nicht mehr viel ändern: Die meisten Beschäftigten können bereits nach Angaben von 60,9 Prozent der befragten HR-Manager an jedem beliebigen Ort außerhalb des Unternehmens arbeiten.

Etwas mehr als ein Fünftel (20,3 %) rechnet innerhalb der nächsten drei Jahre „wahrscheinlich“ mit dem Durchbruch von Remote Work im Unternehmen. Ebenfalls rund ein Fünftel rechnet allerdings damit, dass die Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten nach der Pandemie wieder eingeschränkt werden. Allerdings wird es in neun Zehntel der Unternehmen Angebote für die Bürobeschäftigten für mobiles Arbeiten geben.

Die Tendenz geht also eindeutig und überwiegend hin zum mobilen Arbeiten. Lediglich minimale 1,5 Prozent der Befragten vermuten, dass der Betrieb „künftig mobile Arbeit gar nicht, also auch nicht in kleinerem Umfang“ für einige wenige Beschäftigte anbieten wird.

Anders präsentiert sich die Einschätzung, wenn es um mobiles Arbeiten auch im Ausland geht. Ein Großteil der Befragten (63 %) geht zumindest mittelfristig nicht davon aus, dass es eine Freigabe für Remote Work im Ausland geben wird. Weitere 10 Prozent waren sich in der Beurteilung der nächsten drei Jahre nicht sicher. Für die Autoren der Studie spiegeln diese Angaben die „nicht unerheblichen Anforderungen und Einschränkungen“, die mobiles Arbeiten aus dem Ausland „aus lohnsteuer-, sozialversicherungs- und arbeitsrechtlicher Hinsicht mit sich bringt“.

Für Studienleiterin Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer IAO hat die Studie gezeigt, dass „es zu erheblichen Veränderungen in den grundsätzlichen Formen der Bürobewirtschaftung kommen wird“. Sie verweist auf das zunehmende Einrichten spezifischer, aktivitätenbasierter Bürozonen, beispielsweise spezielle Flächen für Meetings, für Projektarbeit oder auch Rückzugsorte für konzentrierte Einzelarbeit. Die Veränderungen, die das mobile Arbeiten bedingt, spiegeln sich besonders gut im Desk-Sharing: Mehr als ein Viertel der Mitarbeitenden in Remote Work (26,7 %) verfügt nicht mehr über einen fest zugewiesenen Arbeitsplatz.

Für Kai H. Helfritz, Leiter Mitgliedermanagement & Kooperationen bei der DGFP, verdeutlicht die Studie, dass „die Pandemie ein Beschleuniger für Selbstorganisation und neue Führungskonzepte ist“. Die hybride Arbeitswelt, die mehr und mehr um sich greifen wird, gehe bei den Mitarbeitern einher ihn mit einem „Mehr an Mitsprache, Selbstorganisation und Selbstverantwortung“. Das Führungsverhalten müsse sich dem anpassen, „unter anderem durch eine individuellere und intensivere Kommunikation sowie erhöhtes Vertrauen“.

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