Arbeitsort und Wohnort liegen oftmals weit und zunehmend weiter auseinander. Die Konsequenz: Viele Berufstätige pendeln. Tendenz steigend – trotz Pandemie und Homeoffice. Das zeigen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Warum das Berufspendeln fröhliche Urstände feiert, erklärt Robert Feiger, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), insbesondere mit den Mietpreisen, die durch die Decke gegangen sind. Wohnen hätte sich besonders dort extrem verteuert, wo viele Arbeitsplätze entstanden sind: in den Metropolen dieses Landes, in den Ballungszentren oder in Universitätsstädten.

Mit Bezug auf die Pendler-Zahlen der BA weist IG BAU-Chef Feiger auf die Zahl der Fernpendler hin, die im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent zugelegt hat. Rund 3,5 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden zudem nicht in dem Bundesland arbeiten, in dem sie zu Hause sind. Damit verlässt jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zum Arbeiten sein heimatliches Bundesland.

Besonders viele der sog. Auspendler werden in den Bundesländern Niedersachsen (454.000), Rheinland-Pfalz (338.000), Brandenburg (305.000), Schleswig-Holstein (244.000) und Sachsen-Anhalt (141.000) gezählt.

Zu den Bundesländern mit einer besonders hohen Anzahl von Einpendlern gehören Nordrhein-Westfalen (461.000), Baden-Württemberg (426.000), Bayern (425.000), Hessen (408.000) sowie die Stadtstaaten Hamburg (368.000) und Berlin (366.000).

Die Statistik verdeutlicht, wie viel Zeit das Pendeln verschlingt: Eine einfache Fahrt zur Arbeit dauert für rund 28 Prozent aller Pendelnden länger als eine halbe Stunde. Mit Blick sowohl auf die täglich verfügbare Zeit der Pendlerinnen und Pendler sowie auf die belastete Umwelt, spricht sich der Gewerkschaftschef für „mehr bezahlbare Wohnungen“ aus und zwar dort, wo „die Menschen arbeiten und wohnen wollen“.

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht einmal im Jahr den Pendleratlas. Dort können viele Informationen rund um das Berufspendeln hierzulande abgerufen werden. Dieses interaktive Angebot wird jeweils im Juni eines Jahres aktualisiert.

 

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