Es gibt sie, die Wiederholungstäter: Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die nicht nur ihrem alten Arbeitgeber nachtrauern, sondern tatsächlich zu ihm zurückkehren. Ihre Anzahl liegt allerdings im unteren einstelligen Bereich. Der Anteil der Jobwechsler, die sich eine Rückkehr in das ehemalige Unternehmen vorstellen könnten, liegt freilich nach einer aktuellen Arbeitsmarkt-Studie deutlich höher. 

Gut zwei Fünftel der Studienteilnehmer – ausschließlich Beschäftigte, die in den vergangenen drei Jahren ihren Arbeitsplatz gewechselt hatten – können sich ein Comeback bei dem Unternehmen vorstellen, dem sie doch den Rücken zugekehrt hatten. Ein erklecklicher Anteil von 17 Prozent überlegt sogar, eine Bewerbung an den früheren Arbeitgeber zu schicken. Etwas mehr als ein Fünftel (21 %) der Befragten würde zudem einer aktiven Ansprache durch den ehemaligen Arbeitgeber positiv gegenüberstehen.

Noch ist der Anteil der sogenannten Boomerang-Bewerber und -Bewerberinnen gering, weiß Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe, die diese Studie initiiert hat. Doch beobachtet der Personalexperte genau in diesem Personenkreis „einen spannenden Talentpool für suchende Arbeitgeber“. Einen Talentpool, der meist noch ungenutzt bleibt, freilich mehr Aufmerksamkeit verdiene. Denn die aktive Ansprache von Ehemaligen scheint „eine lohnende Strategie zu sein, um dem eigenen Personalmangel erfolgreich zu begegnen“.

Auch Arbeitgeber lehnen nicht generell ein neues Zusammen mit einem ehemaligen Beschäftigten ab: Etwas mehr als die Hälfte (52 %) lässt die scheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Trennungsphase wissen, dass ein Comeback durchaus vorstellbar sei.

Befragt nach den Gründen, die sie zurückbringen könnten zu dem früheren Arbeitgeber, sagen 40 Prozent der Befragten, sie könnten Sicherheit aus alten Arbeitsroutinen ziehen. Knapp ein Viertel (23 %) vermisst die vertrauten Kolleginnen und Kollegen und etwas mehr als ein Fünftel (21 %) denkt, eine Rückkehr könnte mit einem Gehaltssprung verbunden sein.

Für die repräsentative Arbeitsmarkt-Studie wurden von dem Marktforschungsinstitut bilendi im August 1.016 berufstätige Frauen und Männer – je hälftig Akademiker und Nichtakademiker – aller Altersstufen befragt.

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