Gleitzeit war gestern, Remote-Arbeit ist heute. Remote-Work? Der Begriff steht für moderne Arbeitsmodelle, die unabhängig von Ort und Zeit vereinbart werden und Vorteile für Mitarbeitende und Unternehmen bieten. Über ihre Erfahrungen mit Remote-Arbeitenden berichten Jungunternehmer dem Arbeitgebermagazin Faktor A.

Arbeiten wann man will und wo man will: Dieser Traum vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird immer mehr Wirklichkeit – zumindest für die Fachkräfte, die in Branchen arbeiten, in denen sie heftig umworben werden. Beispielsweise in der IT-Branche.

Die ersten Unternehmen schreiben bereits ihre Stellenangebote ortsunabhängig aus, berichtet das Magazin Faktor A der Bundesagentur für Arbeit. Das Ergebnis überzeugt: „Im Vergleich zu vorherigen Ausschreibungen … erhielten wir nicht nur ein Vielfaches an Bewerbungen“, berichtet Philip Harms, Gründer einer Vorsorgeplattform. Und er fährt fort: „Wir hatten … besser qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten“.

Warum das so ist, erklären laut Faktor A verschiedene Studien. Rund 75 Prozent der befragten Fachkräfte wünschen sich Flexibilität für ihren Arbeitsort und ihre Arbeitszeit. Doch nur 30 Prozent kommen bereits in diesen Genuss. Dieses Potenzial gelte es nun auszuschöpfen: besonders für Unternehmen mit Standortnachteilen oder bei der Suche nach der Mangelware Fachkraft.

Jan Ollig, Gründer und Geschäftsführer einer Jobplattform, sieht eine große Chance darin, nach der Pandemie vollflexibles Arbeiten anzubieten. Durch die Pandemie habe das Arbeiten jenseits des Büros „einen massiven temporären Schub bekommen, die Leute wollen … nicht zu hundert Prozent zurück ins Büro“. Er weiß, wovon er spricht. Bevor er zusammen mit seiner Partnerin das Unternehmen gegründet hat, suchten sie beide einen Remote-Job in Festanstellung – ohne Erfolg. Das Blatt hat sich gedreht: Auf der Jobplattform sind aktuell mehr als eintausend Remote-Jobs zu finden.

Die Vorteile für Unternehmen sieht er nicht nur darin, dass die Auswahl an Talenten steigt, auch das Potenzial der Teilzeitinteressierten könne leichter gehoben werden, wenn die gewünschte Arbeitszeit eben nicht um lange Fahrzeiten verlängert werde.

Remote-Arbeit funktioniert, diese Erfahrung machen die Unternehmen täglich. Voraussetzung dafür sei „next Leadership“, eine „neue Führung, die Kontrolle abgibt“, so Anja Schirwinski, Mitgründerin und Mitgeschäftsführerin einer Agentur für Publishing-Plattformen. Vertrauen in die Mitarbeitenden sei das A und O eines gedeihlichen Miteinanders. Sie weiß aus Erfahrung: „Man muss sich nie persönlich begegnet sein, um erfolgreich zusammenzuarbeiten.“

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